landtag.ltsh.de ↗

Jasper Balke

GRÜNE 18.07.2024 Sitzungen 20/64

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es auch unterirdisch, wie selten der Kollege Malte Krüger hier spricht. Deswegen dachte ich, dass er das jetzt auch noch macht. An dieser Stelle werde ich aber einmal aushelfen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich gehe davon aus, dass Sie alle schon einmal in der Hansestadt Lübeck waren. Ich denke, das ist eine gute Sache. Aber egal, wie häufig Sie schon dort waren, Sie waren nicht häufig genug da. Da ist es nämlich echt schön. Deswegen kann man gar nicht genug Zeit dort verbringen. Wenn man zum Beispiel vorhätte, zu Beginn der sitzungsfreien Zeit einmal nach Lübeck zu fahren – die Travemünder Woche beginnt am Wochenende –, dann könnte man sich einmal über die Hansestadt Lübeck informieren und googeln, was man dort eigentlich machen kann. Als Allererstes würde man auf die Presseinformation der Hansestadt treffen, die heute Vormittag herausgegangen ist mit dem Titel: „Stadt erwartet Hitze-Intermezzo zum Wochenende“. In dieser Presseinformation steht einiges, was man zu diesem Thema erwartet: „Hohe Temperaturen gefährden die Gesundheit und können zu Hitzestress, Hitzeerschöpfung bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Bürger sollten deshalb folgende besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um ihre Gesundheit zu schützen.“ Es folgt ein Katalog an Informationen und Empfehlungen. Dieser Katalog ist aus meiner Sicht sogar relativ informativ. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass man häufig den Fehler macht, dass man erwartet, dass an heißen Tagen die höchste Hitze eintritt, wenn die Sonne am höchsten steht. Dem ist aber nicht so. Am Nachmittag ist es am allerheißesten. Der Peak ist tatsächlich zwischen 15 und 18 Uhr. Das merkt man aber gar nicht, weil die Sonneneinstrahlung geringer ist. Auf alle diese Dinge wird hingewiesen. Hingewiesen wird außerdem auf die Trinkwasserspender, die es mittlerweile in der Hansestadt Lübeck gibt. Die Informationslage ist also da. Man muss tatsächlich festhalten – deshalb finde ich es gut, dass die Hansestadt Lübeck das so macht –: Extreme Hitze ist eine Gefahr für die Gesundheit, insbesondere für die Gesundheit vulnerabler Gruppen. Weil das häufig untergeht, möchte ich an erster Stelle die Schwangeren nennen. Schwangere Frauen sind eine vulnerable Gruppe, insbesondere was Hitze angeht. Das noch einmal zu erwähnen, ist sehr wichtig. (Jasper Balke) (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Dr. Heiner Garg [FDP]) Es wird immer von alten Menschen gesprochen. Das ist gar keine Frage. Sie sind auch enormen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Junge Menschen, Kinder, kleine Kinder und Säuglinge. Es ist sehr wichtig, dass man die alle im Blick hat und dass die das auch wissen. Deswegen ist es richtig, Informationen darzulegen und hier im Parlament in der Breite darüber zu sprechen. Deswegen möchte ich der SPD für die Initiative danken und auch Karl Lauterbach dafür, dass er einen nationalen Hitzeaktionsplan auf den Weg bringt. Es ist nämlich absolut wichtig, bei steigenden Temperaturen, bei immer heißeren Temperaturen im Sommer, aber auch in anderen Jahreszeiten darauf hinzuweisen. Ich möchte noch etwas zu den Themen Hitze und Sommer sagen. Extreme Sonneneinstrahlung ist auch ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Extreme Sonneneinstrahlung ist deswegen so schlimm, weil viele Menschen vergessen, sich einzucremen. Extreme Sonneneinstrahlung zerstört Hautzellen. Es ist sehr wichtig, darauf hinzuweisen, weil das häufig vergessen wird. Menschen gehen zu wenig an schattige Plätze, sind zu häufig in der Sonne, und das kann erhebliche Gesundheitsrisiken darstellen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die heiße Jahreszeit birgt viele Gefahren. Es gibt aber noch andere Punkte, auf die wir uns vorbereiten müssen. Das sind die sogenannten Extremwetterereignisse sowie die Extremsituationen, die auch eine Folge des Klimawandels sind. Wir werden nicht nur einmal in jedem Jahrhundert über Jahrhundertfluten sprechen, sondern wir werden in Zukunft jedes Jahr über Jahrhundertfluten sprechen. Schauen wir uns einmal die Modellierungen an, die sehr renommierte Institute auch für Schleswig-Holstein zeigen. Dann werden wir erkennen, dass insbesondere in den Küstenregionen nicht die Hitze das Problem sein wird, sondern extreme Niederschläge, Überschwemmungen und auch extreme Wetterereignisse mit starkem Wind und so weiter. Das wird also ein Thema sein, das uns in Schleswig-Holstein enorm beschäftigen wird und das besonders große Einschränkungen für die Gesundheit darstellt. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich komme zum Schluss. Ich weise darauf hin, dass der Klimawandel das größte Gesundheitsrisiko für die Menschheit darstellt. Konsequenter Klimaschutz ist deshalb der beste Gesundheitsschutz. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt SPD) Wir müssen deshalb alles daransetzen, die Erderwärmung zu begrenzen, aber gleichzeitig Maßnahmen ergreifen, um uns an die unvermeidlichen Veränderungen anzupassen. Daran lassen Sie uns gemeinsam in der nächsten Zeit arbeiten. – Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und vereinzelt SPD)

Alle Reden von Jasper Balke Protokoll ↗