Birte Pauls
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich stehe hier nicht nur als Schleswigerin, sondern auch als Sozialpolitikerin. Ihnen liegt eine Resolution der Stadt Schleswig zu diesem Thema vor. Anhand des Stadtteils St. Jürgen möchte ich Ihnen aufzeigen, dass es hier nicht nur um Wege, Straßen und Plätze geht. Wir haben es hier in St. Jürgen mit einer Bevölkerung zu tun, die zum Teil schon älter ist, wo wir einen hohen Anteil an Menschen mit einem ausländischen Pass haben. Wir haben dort die höchste Kinderarmutsquote in ganz Schleswig und in der ganzen Region. In den letzten Jahren haben wir sehr intensiv, nicht nur mit den Kommunalpolitikern, wie Beate Raudies das eben gesagt hat, sondern mit der Bevölkerung, mit vielen Menschen aus dem Stadtteil, die zum Beispiel beim Familienzentrum der AWO organisiert sind, die in der dortigen Kirchengemeinde aktiv sind, die in der Schule mitarbeiten oder dort zur Schule gehen, gesprochen. Mit vielen Ehrenamtlichen, mit Jung und Alt ist dort etwas auf den Weg gebracht worden, was diesen ganzen Stadtteil, nicht nur eben baulich, sondern den sozialen Zusammenhalt in dieser Stadt, wo Jung und Alt, wo alle Dinge miteinander in irgendeiner Art und Weise verknüpft werden, wirklich fördern soll. Darum muss es auch gehen. Es geht hier eben nicht nur um Plätze. Das Gleiche gilt für die Innenstadtsanierung. Ich muss gar nicht weit gucken. – Frau Innenministerin, Sie kennen unsere Stadt bestens, Sie wohnen im Nachbardorf. Dem neuen Mitmenschen in unserer Region – er ist jetzt gerade herausgegangen – biete ich ansonsten gerne eine Stadtführung in Schleswig an, damit er weiß, wofür er seine Hand hebt. Es geht ja nicht nur um eine Attraktivitätssteigerung in der Innenstadt, sondern es geht dort auch um die Organisation des dritten Raums, nämlich neben Wohnen und Arbeiten darum, einen Ort des Aufenthalts für Jung und Alt zu schaffen. In einer Stadt wie Schleswig sind in den letzten Jahren viele Dinge weggebrochen, aber an anderer (Birte Pauls) Stelle entstehen in der Stadt wieder großartige Sachen. Das ist sehr wichtig. Es ist ebenfalls das soziale Miteinander, was Städtebauförderung an dieser Stelle betrifft. Deswegen noch einmal mein Appell: Denken Sie nicht nur an Plätze, denken Sie nicht nur an Bauen und so weiter, sondern denken Sie auch an das soziale Miteinander in den Stadtteilen! Das ist wichtiger denn je, dass wir das gut organisiert bekommen. – Vielen Dank. (Beifall SPD und SSW)
