Christopher Vogt
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Unser Bundesland leidet – wie andere Regionen auch – unter einem zunehmenden Ärztemangel. Dies betrifft vor allem den ländlichen Raum und hat verschiedene Ursachen. Einen Beitrag zur Lösung dieses Problems könnte ein attraktiveres Medizinstudium in Schleswig-Holstein leisten. Wir wollen in diesem Bereich für mehr Fairness durch bessere Bedingungen sorgen. Es nützt den Menschen in unserem Bundesland sehr, wenn wir ein attraktiver Standort für Nachwuchsmediziner sind. Mit einem attraktiven Medizinstudium in Schleswig-Holstein werden wir nicht nur dazu beitragen, dass mehr Absolventen in unserem Bundesland bleiben, sondern auch, dass wir talentierte junge Ärzte aus anderen Regionen anziehen. Wir wollen ein faires Praktisches Jahr im Medizinstudium in Schleswig-Holstein ermöglichen, denn es gibt hier an einigen Stellen einen gewissen Nachholbedarf. Der hohe praktische Anteil im Studium und das Praktische Jahr sind sehr wertvoll für eine exzellente medizinische Ausbildung, aber die Bedingungen müssen eben auch für alle talentierten Nachwuchsmediziner fair und sinnvoll sein. Ich freue mich sehr, dass wir uns angesichts verschiedener Vorschläge auf einen gemeinsamen An-Anhang Protokoll trag einigen konnten, der sich dafür ausspricht, das Praktische Jahr im Medizinstudium zu reformieren. Es ist keine Überraschung, dass die Ausgestaltung des Praktischen Jahres seit Längerem in der Kritik steht: Es gibt bisher keine Mindestvergütung, keine vernünftige Anerkennung von Krankheitstagen, eine oftmals unzureichende Anleitung und Betreuung der Medizinstudierenden sowie eine hohe Belastung während dieser Phase, die nicht selten zu erheblichem Frust und teilweise auch zu gesundheitlichen Problemen führt. Medizinstudenten absolvieren eine Vielzahl an verpflichtenden Praktika. Diese praktische Lehre ist zweifellos wichtig, um sie auf den ärztlichen Alltag vorzubereiten. Doch die aktuelle Ausgestaltung des Praktischen Jahres stellt die Studenten vor immense Herausforderungen: Ein Hauptproblem ist, dass das Praktische Jahr zurzeit keine angemessene Vergütung vorsieht, was dazu führt, dass sich viele Studierende trotz der hohen Arbeitsbelastung gezwungen sehen, nebenbei noch zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Diese Doppelbelastung ist kontraproduktiv und untergräbt die Qualität der Ausbildung. Eine faire Vergütung wäre nicht nur eine Anerkennung der geleisteten Arbeit, sondern auch ein wichtiger Schritt, um den Studierenden die notwendige finanzielle Sicherheit zu bieten, damit sie sich besser auf ihre Ausbildung konzentrieren können. Ein weiteres Problem ist die fehlende Anerkennung von Krankheitstagen. Es ist schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass Medizinstudierende trotz Krankheit gezwungen sind, zur Arbeit zu erscheinen, um keine Fehltage anzusammeln. Dies gefährdet nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Kollegen sowie der Patienten. Ich bin der Meinung, dass wir vor allem bei diesen beiden Punkten hauptsächlich handeln und praxistaugliche Regelungen einführen müssen, um damit zu einer erheblichen Verbesserung beim Medizinstudium zu gelangen. Ich fordere die Landesregierung daher auf, diesen Antrag zeitnah in die Umsetzung zu bringen. Dieser gemeinsame Antrag ist ein schönes Beispiel, wie man auch mal fraktionsübergreifend zu einem guten Ergebnis kommen kann! Ich habe auch das Gefühl, dass der Einfluss der Opposition den Koalitionsfraktionen sehr geholfen hat, hier zu einem guten Ergebnis zu kommen. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen, die an diesem gemeinsamen Antrag mitgewirkt haben, und 4718 Schleswig-Holsteinischer (Christopher Vogt) insbesondere dem Kollegen Jasper Balke, der dies erfolgreich koordiniert hat.
