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Wiebke Zweig

CDU 21.06.2024 Sitzungen 20/62

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Über den vorliegenden Antrag freue ich mich besonders, da wir uns gemeinsam mit einem interfraktionellen Antrag für ein faires Praktisches Jahr im Medizinstudium einsetzen. (Beifall ganzes Haus) Denn die Zukunft der Medizin in unserem Land wird maßgeblich durch das Praktische Jahr im Medizinstudium beeinflusst. Das Praktische Jahr ist die Brücke zwischen dem akademischen Wissen und der realen Praxis. So, wie die Europameisterschaft im Moment ganz Deutschland vereint, vereint dieser Antrag dieses Hohe Haus. Daher ist meine Rede sicherlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Feld, das auch von den anderen Kolleginnen und Kollegen bespielt werden wird. Daher fasse ich mich kurz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sollten dafür sorgen, dass es den PJlern während ihres Praktischen Jahres gut geht, dass sie sich nicht mit einem Zweitjob stressen müssen, dass sie noch genug Zeit haben, sich auf ihr Drittes Staatsexamen vorzubereiten, und dann motiviert und mit Zuversicht in ihren Arbeitsalltag als Arzt beziehungsweise Ärztin, bestenfalls bei uns in Schleswig-Holstein, starten. Unsere Studentinnen und Studenten investieren viel Zeit, Energie und Engagement in ihr Medizinstudium. Das PJ bildet abschließend den Höhepunkt der vorher durchlaufenen Ausbildung und ist ein entscheidender Abschnitt auf dem Weg zur ärztlichen Approbation. Doch während ihrer Ausbildung stoßen sie auf Herausforderungen, die nicht nur ihre individuelle Entwicklung beeinflussen, sondern auch die Qualität ihrer Ausbildung und letztlich somit auch die Patientenversorgung bei uns im Land und bundesweit. Eine der größten Herausforderungen hierbei ist die erhebliche Arbeitsbelastung. Denn PJ-Studenten arbeiten oft 40 Stunden pro Woche oder mehr, dazu kommen Nacht- und Wochenenddienste. Die Anerkennung von Krankheitstagen ist bislang nicht vorgesehen. Trotz der hohen Anforderungen erhalten viele von ihnen keine oder nur eine geringe Vergütung. Das führt in vielen Fällen dazu, dass die Studierenden im Praktischen Jahr ihre Ersparnisse aufbrauchen oder zusätzlich arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Einige Bundesländer und Krankenhäuser haben bereits angefangen, Studierenden im Praktischen Jahr eine Vergütung zu zahlen. Aber eine flächendeckende Lösung ist weiterhin nicht in Sicht, und das führt zu ungleichen Voraussetzungen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW) Der Haken daran ist, dass dadurch auch die individuelle Förderung häufig auf der Strecke bleibt. Das wirkt sich in Teilen negativ auf die Lehrstandards aus, die nicht überall, aber vielerorts unterschied-4700 Schleswig-Holsteinischer (Wiebke Zweig) lich ausfallen. Zudem haben sie oft nicht genug Zeit, um sich auf ihr Drittes Staatsexamen vorzubereiten. Die Ausgestaltung der neuen ärztlichen Approbationsordnung ist im Bundesrat zustimmungspflichtig. Daher nutzen wir die Möglichkeit, uns für verbesserte Bedingungen für die PJlerinnen und PJler auf Bundesebene mit unserem durch alle Fraktionen geeinten Antrag einzusetzen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir setzen damit ein Zeichen für eine bessere Gesundheitsversorgung bei uns im Land und ein Zeichen für unseren Wissenschafts- und Forschungsstandort SchleswigHolstein. – Vielen Dank. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

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