Dr. Bernd Buchholz
So ist es!) Das alles passt nicht zusammen, denn wer die ambitioniertesten Klimaziele in ganz Deutschland hat und sich das als Koalition auf die Fahne schreibt, der müsste dann bitte auch die ambitionierteste Verkehrspolitik betreiben, und das tun Sie an der Stelle gerade nicht. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Kollege Koch hat sich gestern im Pressegespräch auch über das Deutschlandticket geäußert. Er hat gesagt: Würde man die 100 Millionen Euro, die jetzt vom Bund und vom Land zusammen für das Deutschlandticket ausgegeben werden, nicht in das Ticket stecken, sondern dem Land einfach so zur Verfügung stellen, dann müsste man auch nichts einsparen. Herr Kollege Koch, dazu kann ich nur sagen: Der Zug ist abgefahren, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. – Nachdem die Länder über Jahrzehnte hinweg versäumt haben, ein vernünftiges Tarifsystem zu schaffen und einen bezahlbaren ÖPNV auf die Schiene zu bringen, hat die Ampelkoalition das in dieser Legislaturperiode gemacht. Sie ist einen riesengroßen Schritt nach vorn gegangen, und das ist nach wie vor ein Durchbruch. Selbstverständlich ist das teuer, aber das war auch eine Revolution. Ich erinnere nur noch einmal daran: Das Monatsticket zwischen Kiel und Lübeck hat vor Einführung des Deutschlandtickets 292 Euro gekostet. Jetzt sind wir bei 49 Euro. Für die Bedienung von Fahrkartenautomaten brauchte man früher eine eigene Fortbildung, um durchzusteigen. Heute geht das relativ einfach mit dem 49‑Euro-Ticket. Ich sage Ihnen, Herr Kollege Koch: In die alte Welt will niemand zurück. Höhere Gebühren für das Deutschlandticket wären übrigens nicht der einzige Weg, um zu einer vernünftigen Finanzierung zu kommen; man könnte auch die Anzahl der Abonnements ausweiten. Dazu müsste man aber den Schienenverkehr attraktiver gestalten, und genau das Gegenteil passiert bei Ihnen in Schleswig-Holstein, wenn Sie Züge aus dem Plan herausstreichen. Dadurch wird das Deutschlandticket ganz sicher nicht attraktiver. Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Streichungen sind eine Sackgasse, in die die Koalition reingelaufen ist. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, um umzudrehen. Das müssten Sie dann jetzt aber sehr zügig machen. Dazu fordern wir Sie nach wie vor auf. Mit uns sind diese Streichungen nicht zu machen. – Herzlichen Dank. (Anhaltender Beifall SPD, FDP und SSW)
