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Christopher Vogt

FDP 23.05.2024 Sitzungen 20/58

Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir hatten das schon vorhin: Künstliche Intelligenz verändert nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche und damit natürlich auch den Schulalltag immer mehr. Künstliche Intelligenz kann den Unterricht besser machen, kann das Lernen auch außerhalb des Unterrichts besser machen, aber auch die Schulverwaltung oder die Diagnostik. Was Prüfungen angeht, ist KI eine gewisse Herausforderung, aber darauf kann man sich einstellen, und das passiert meines Erachtens auch schon in den meisten Bereichen. Mein Eindruck ist aber auch, dass beim Umgang mit KI in vielen Schulen in den letzten Monaten und vielleicht ein, zwei Jahren gute Fortschritte gemacht wurden. Dies muss jedoch flächendeckend der Fall sein, und da sind wir mit Sicherheit noch nicht angekommen. Die Vorredner haben das in ähnlicher Form bewertet. Da sind wir uns einig. Zum Jahreswechsel kam das Thema ChatGPT auf, da haben wir gefordert, sich darauf vorzubereiten und eine Handreichung des Ministeriums vorzulegen. Diese gibt es jetzt, und die finde ich gut. (Beifall Martin Balasus [CDU]) Sie muss natürlich mit Blick auf die Entwicklung logischerweise immer wieder angepasst werden. Auch da sind wir uns einig; das habe ich bei den Vorrednern herausgehört. Die Lehreraus‑, ‑fort- und ‑weiterbildung muss natürlich ebenfalls angepasst und verbessert werden. Dafür braucht es entsprechende Kapazitäten, die es – glaube ich – noch nicht im ausreichendem Maße gibt. Die Ausstattung der Schulen muss verbessert werden, auch mit Blick auf den DigitalPakt 2.0. Der Bund ist bereit. Es gibt da wie immer, wenn es ums Geld geht, Hakeleien und die Fragen: Wer macht wie viel, wer darf mitreden, und wer sollte sich besser heraushalten? Die Bundesländer haben aus meiner Sicht dort eine Verantwortung. (Beifall FDP, Marc Timmer [SPD] und Jette Waldinger-Thiering [SSW]) Jamaika hat völlig zu Recht das Pflichtfach Informatik eingeführt. Hier braucht es, wenn wir uns die Zahlen anschauen, wie viele Lehrkräfte bisher ausgebildet beziehungsweise weitergebildet wurden, noch deutlich mehr ausgebildete Lehrkräfte. Ich freue mich, dass ein Vertreter dieser seltenen Spezies heute zuhört. Meine Damen und Herren, der Umgang mit KI muss natürlich auch eine Querschnittsaufgabe sein. Die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler muss weiterhin gestärkt werden – Stichwort Deepfakes. Das ist eine zunehmende Gefahr für unsere Demokratie. Ich glaube, darauf muss man die jungen Menschen vorbereiten, aber auch die älteren Menschen außerhalb von der Schule. Das ist vielleicht die noch größere Herausforderung. Meine Damen und Herren, wir werden dem SPDAntrag heute zustimmen. Ich will da gar nicht so sehr das Haar in der Suppe suchen wie der Kollege Krüger das mit seiner sehr umfangreichen Analyse gemacht hat. Aber ich will in diesem ganzen Zusammenhang eines nicht unerwähnt lassen: Herr Kollege Habersaat, es gab ja schon einmal eine überarbeitete Version des SPD-Antrags mit drei Punkten. In der ersten Version gab es zweimal erstens und zweitens. Da habe ich gedacht: Mensch, wie kann das sein? Das passt mit meinen Erkenntnissen nicht zusammen. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Das haben ja auch Geisteswissenschaftler gemacht!) Da muss ich sagen, wenn wir über Künstliche Intelligenz reden, finde ich das super, ich finde aber auch, dass jeder noch einmal überprüfen sollte, wie die Word-Kenntnisse in den Fraktionen aussehen. Herr Kollege Habersaat, ich will Sie hier nicht öffentlich vorführen, aber auch daran sehen wir alle, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt. (Beifall FDP und SSW) Man muss mit den Basics anfangen. Ich hoffe, dass der Informatiklehrer von Herrn Habersaat heute nicht zuschaut. (Zuruf Martin Habersaat [SPD]: Man kann Fehler korrigieren!) – Ja, man kann Fehler machen und diese dann korrigieren. Meine Damen und Herren, zum Koalitionsantrag: Den finde ich sehr gelungen. Ich finde es ein bisschen schade, dass der Koalitionsantrag dieses Mal (Christopher Vogt) nur dreimal das Wort „begrüßen“ enthält. Ich finde, da ist noch Luft nach oben. (Heiterkeit – Beifall FDP, SPD und SSW – Zuruf Martin Balasus [CDU]) Nur dreimal, Herr Balasus! Da muss mehr kommen! (Unruhe) Aber ich räume ein, wenn man diese Begrüßungskonvolut-Geschichte überstanden hat, dann kommen noch konkrete Punkte, die sinnvoll sind. Das will ich einräumen. Ich sage aber auch, wenn Sie Aufträge an die eigene Regierung erteilen, an das Bildungsministerium – wir hatten das in den letzten Wochen ein paarmal –, dann müssen die geforderten Sachen auch kommen. Es bringt nichts, dass Sie etwas beschließen und im Brief an den Ältestenrat heißt es dann: Das haben wir leider nicht geschafft; das müsste noch kommen. Abschließend will ich sagen, dass ich bei allem Fortschrittsglauben, den ich habe, noch einmal für das Thema Natürliche Intelligenz werben möchte. Die junge Generation wächst mit KI auf. Sie wird dadurch in einen ganz anderen Arbeitsmarkt kommen als vorherige Generationen. Aber einige Dinge werden wichtig bleiben: Grundfertigkeiten wie das Lesen, das Rechnen und das Schreiben, eine gute Allgemeinbildung. Der MINT-Bereich und die künstlerischen Fächer werden wohl an Bedeutung gewinnen – und gerade in diesen Bereichen fehlen Lehrkräfte. Das sollten wir nicht übersehen. Wir sollten den jungen Menschen diese Punkte vermitteln, denn sie sind wichtig und bleiben wichtig. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall FDP und Patrick Pender [CDU])

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