Uta Röpcke
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, Europa sind wir alle. Für mich ist aber neben Bürokratieabbau und einigen anderen Begriffen, die hier genannt wurden, der Begriff „Kultur“ ein Schlüsselbegriff, ebenso wie die kulturelle Zusammenarbeit. Mich hat sehr gefreut, dass der Begriff „Kultur“ im Bericht tatsächlich auf insgesamt 17 Seiten auftaucht. Auch wenn man Wörter wie „Aquakultur“, „Demokratische Kultur“ und „Interkulturelle Aspekte der Zusammenarbeit“ abzieht, sind es immer noch beeindruckend viele Fundstellen. Das freut mich sehr. Bei den Hochschulpartnerschaften und den Schulprojekten wird beispielsweise die kulturelle Zusammenarbeit hervorgehoben. Im Europabericht insgesamt, insbesondere aber beim Kapitel „Ostseezusammenarbeit“, liegt seit 2013 einer der Schwerpunkte auf der Umsetzung des Politikbereichs Kultur im Rahmen der EU-Ostseestrategie. Die Ziele sind unter anderem die Förderung und Sichtbarmachung der Kultur- und Kreativwirtschaft des Ostseeraums, Erhalt und Sichtbarmachen des kulturellen Erbes, Förderung der regionalen Identität, die Entwicklung eines effizienten Netzwerks der kulturpolitischen Zusammenarbeit im Ostseeraum mit- (Uta Röpcke) hilfe von ostseeweiten Aktivitäten und Projekten. Das verdient Aufmerksamkeit und Anerkennung. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Anerkennung verdient auch, dass beim 14. Jahresforum der Ostseestrategie im Oktober letzten Jahres in Riga der Politikbereich Kultur zusammen mit Tourismus und dem Ostseerat einen Workshop zum Thema „Jugend und Kultur als Motoren einer widerstandsfähigen Gesellschaft“ ausgerichtet hat. Ich bin überzeugt, dass Kultur Resilienz fördern kann. Außerdem organisierte der Politikbereich Kultur letztes Jahr zusammen mit ARS BALTICA und der Kontaktstelle für Kultur- und Kreativwirtschaft in Tallin einen Baltic Creative Pitch und die Baltic Creative Workshops. Die Förderung des Projekts „Kulturperlen der Ostseeregion“ – Cultural Pearls –, an dem das MLLEV zusammen mit elf anderen Partnern teilnahm und dieses ausrichtete, verdient, meine ich, besondere Aufmerksamkeit. Auch hier geht es um Resilienz durch Kulturarbeit in kleinen und mittelgroßen Städten. Unter anderem ausgezeichnet wurde dabei die Stadt Kiel, die den Titel „Cultural Pearl“ des Ostseeraums für dieses Jahr 2024 bekam. Ich habe in der Stadt Kiel mit der Kulturabteilung darüber gesprochen, und ich finde es beeindruckend, wie viel Engagement gezeigt wird, wenn es darum geht, in der Stadt für eine soziale Resilienz – auch und insbesondere dezentral, in den einzelnen Stadtteilen – zu kämpfen. Dies zu fördern, ist eine wichtige Arbeit, auch um dem Erstarken rechter Kräfte vorzubeugen. Denn tatsächlich hilft soziale Resilienz auch gegen einen Zuwachs der rechten Kräfte. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)
