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Uta Röpcke

GRÜNE 23.02.2024 Sitzungen 20/53

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin zwischen 1970 und 1985 zur Schule gegangen. Ab 1975 bin ich Fahrschülerin gewesen mit ungefähr einer Stunde Schulweg nach Neumünster-Brachenfeld. Das war damals eine der ersten integrierten Gesamtschulen als Ganztagsschule in diesem Land. (Zuruf: Ja, und es hat ihr nicht geschadet!) An der Schule habe ich täglich mindestens acht Stunden verbracht. Meine Schule war für mich ein Lebensort, den ich geliebt habe, und gleichzeitig ein Lernort, den ich gebraucht habe. Ich komme nicht aus einem bildungsfernen Elternhaus. Trotzdem habe ich an meiner Schule Dinge gelernt, die ich zu Hause nicht gelernt hätte. Unsere Lehrer_innen waren fantastische Pädagog_innen, die sehr experimentierfreudig waren. Ich habe in der Schule meditieren und musizieren gelernt. Es gab Schulbands, Theater. Unsere Lehrer_innen haben mit uns Tischtennis und Schach gespielt. Wir haben Fahrräder repariert, aus Schrott Spinnräder gebaut, Wolle gesponnen und gefärbt. Seitdem weiß ich, was man mit Zwiebel- und Walnussschalen sonst noch alles machen kann, außer sie zu entsorgen. Nun sprechen wir heute noch nicht über die weiterführenden Schulen, sondern über den verlässlichen Ganztag in Grundschulen und die Einbindung von außerschulischen Partnern. Liebe FDP, lieber SSW, liebe SPD: Nicht dass Sie mich missverstehen: Ich halte Sport und Bewegung für enorm wichtig für Kinder, egal mit welchem familiären Hintergrund. Aber für mindestens genauso wichtig halte ich Angebote der kulturellen Bildung. Der Kollege sagte es ja bereits. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU) Denn sie verbinden kognitive Aspekte des Lernens mit emotionalen und gestalterischen Handlungen. Schöpferisches Arbeiten, Kreativität und Handlungskompetenz und aktive Rezeption und Produktion von Kunst und Kultur sind kulturelle Bildung. Durch kulturelle Bildung wird ein gemeinsames kulturelles Erleben erst ermöglicht, ein gemeinsames kulturelles Verständnis und damit auch der gesellschaftliche Zusammenhalt gefestigt. Kulturelle Bildung macht die Schule als Lern- und Lebensort liebenswert und verbindet sie mit außerschulischen Partnern, die dafür so wichtig sind. Ich wünsche mir, dass alle Kinder Schule so erfahren könnten, wie ich es damals habe: als Lebens- und Lernort, den sie lieben. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU)

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