Birgit Herdejürgen
Sehr geehrter Herr Minister, können Sie mir sagen, wieviel Prozent der Landesfläche in der aktuellen Regionalplanung für Ansiedlungen weiterer Industrie vorgesehen ist, um tatsächlich zu einem Industrieland zu werden. (Beifall SPD, FDP und SSW – Minister Tobias Goldschmidt geht zur Regierungsbank und spricht mit dem Wirtschaftsminister – Heiterkeit und Beifall ganzes Haus – Minister Tobias Goldschmidt tritt ans Rednerpult) – Der Wirtschaftsminister sagt, das wird nachgereicht. (Heiterkeit) – Herzlichen Dank! Das freut mich sehr, da das in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses zum Thema Regionalplanung nicht gesagt werden konnte. Ich bin sehr froh, dass das jetzt nachgeliefert wird. Danke! (Beifall SPD und SSW) – Ich bin ja der Minister für die erneuerbaren Energien und sprach gerade davon, dass wir drei Prozent der Landesfläche für Windkraftanlagen an Land ausweisen werden. Wir haben miteinander gezeigt – auch mit dem Eckwertebeschluss des Kabinetts –, dass Schleswig-Holstein Übung darin hat, schwierige Abwägungsentscheidungen zu treffen und die Grundlage für zukünftige Wertschöpfung und Wohlstand zu legen. (Minister Tobias Goldschmidt) Mit der Offshore-Windenergie auf dem Meer haben wir eine weitere erneuerbare Energiequelle. Photovoltaik boomt. Wir sind also richtig gut aufgestellt, wenn es darum geht, die Energiewirtschaft zu dekarbonisieren und die Energie mit den vielen verschiedenen Netzausbauprojekten überall im Land zu verteilen. Auch bei der Wärmeplanung sind wir gut. Wir sind jedenfalls besser als der Bundesdurchschnitt. Wir haben die großen Gemeinden früh verpflichtet, eine Wärmeplanung vorzulegen. Sie arbeiten daran. Wir setzen auf die Fernwärme, wir setzen aber auch auf alle anderen Technologien, weil wir davon überzeugt sind, dass es nicht für alle Gebäude und für jeden Einzelnen die allein selig machende Lösung gibt. Welche Lösung jeweils die Richtige ist, soll durch die Wärmeplanung kommunal vor Ort entschieden werden. Auch da ist Schleswig-Holstein vorangegangen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Kommen wir also vom Wärmesektor zum Verkehrssektor und sehen, dass Schleswig-Holstein auch da bei der Elektromobilität seit Jahren auf dem Siegertreppchen steht, wenn es um die Zulassungszahlen geht. Auch bei der Ladeinfrastruktur sind wir vorbildlich. (Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Nicht als Industrieland!) – Es hat aber viel mit der Klimaneutralität zu tun, Herr Abgeordneter Buchholz. (Zuruf Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Wir investieren in Akkuzüge, in E-Highways, in Innovation, in Elektrofähren, in neue Verkehrskonzepte – klimaneutral in einem Industrieland. Wir haben eine landeseigene Wasserstoffstrategie gemeinsam auf den Weg gebracht. Wir wissen, dass wir heute für ein Gigawatt Elektrolyseure Anschlussanfragen haben. Wir haben uns vorgenommen, bis 2030 1,5 Gigawatt Elektrolyseure in diesem Land zu bauen. Die Nachfrage ist da, obwohl wir noch nicht zu Veränderungen im Strommarktdesign gekommen sind. Das zeigt, welche Hoffnungen die Industrie in unseren Standort hat. Mit Northvolt – darüber habe ich gesprochen – haben wir in dieser Woche einen weiteren Meilenstein genommen, der die Attraktivität dieses Standortes auch international verdeutlicht. Wir können Industrieland werden, und wir können ein klimaneutrales Industrieland werden, weil wir die erneuerbaren Energien hier haben und weil wir die Entschlossenheit haben. Ich will mir das einfach nicht schlechtreden lassen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
