Michel Deckmann
Das passt wunderbar. – Ich wollte nur die Frage stellen, ob Ihnen bewusst ist, dass selbstverständlich sowohl Wohnheime für Auszubildende als auch für Studentinnen und Studenten regulär über die soziale Wohnraumförderung gefördert werden können. Dies geschieht auch schon längst. Dementsprechend ist das „Junge Wohnen“ als Sonderprogramm gar kein Alleinstellungsmerkmal, sondern jeder andere kann auch schon heute Wohnheime gefördert bekommen. – Da gebe ich Ihnen recht, lieber Herr Kollege. – Sehr gut. Es ging nur darum, dass die Programme, die wir ja hier zu administrieren haben, auch so gelebt und umgesetzt werden. Das ist in der Vergangenheit bisher nicht so gewesen. Natürlich ist technisch alles möglich, es ist aber wichtig, dass wir langsam mal merken, dass wir an Berufsschulstandorten riesige Probleme haben. Ihnen brauche ich das nicht zu schildern, Sie sind ja selber Husumer und wissen, dass die ganzen Insulaner bei uns Wohnungen anmieten müssen, damit sie ihre Jugendlichen da durchschleusen, nur damit sie zur schnöden Berufsschule gehen können, weil die sonst keine Ausbildung kriegen. Das überlassen wir dann den Eltern, die Knete zur Verfügung zu stellen, damit ihre Kinder tatsächlich einigermaßen ordentlich zur Berufsschule latschen können. Das finde ich nicht in Ordnung. Es ist unsere Aufgabe, in diesen Mittelstädten dafür zu sorgen, dass dort Wohnraumplätze vorhanden sind. Wenn die Plätze geschaffen worden sind, werden sie auch genutzt werden, und dann wird das auch dazu führen, dass ganz normale Familien nicht ihr letztes Budget dafür aufwenden müssen, damit ihre Kinder eine Schulausbildung bekommen beziehungsweise eine Berufsausbildung bekommen können. Das ist die Botschaft, die ich hier eigentlich versenden wollte. Vielen Dank, dass ich nochmal die Gelegenheit hatte, das zu vertiefen. (Beifall SSW und Dr. Heiner Garg [FDP]) Es ist vielleicht noch einmal wichtig, darzustellen, dass es natürlich nicht nur beispielsweise genossenschaftliche Anbieter oder das Studentenwerk gibt, die diese Wohnheime betreiben, sondern es gibt auch private Anbieter, die es täten, aber oft nicht können, weil die Marge, die dabei am Ende rauskommt, natürlich nicht die größte ist. Es ist nun einmal die Klientel, die am wenigsten hat. Deshalb brauchen wir gerade für Wohnheimplätze die entsprechende finanzielle Unterstützung. Es geht nicht nur darum zu gucken, ob man in irgendeiner Art und Weise Geld zur Verfügung stellt, und der Erste, der kommt, bekommt dann das Geld, sondern es ist wichtig, dahinter den Gedankengang zu haben, in den Regionen darauf zu schauen, dass man solche Wohnraumplätze wirklich in der Breite realisiert. Darauf ist das Programm tatsächlich ausgelegt. Es geht nicht nur um die drei Universitätsstandorte, die wir in Flensburg, Kiel und Lübeck haben, sondern vielleicht auch mal in Ahrensburg, Husum oder Itzehoe – je nachdem, wo gerade etwas ansteht und wo die Not ist. (Christopher Vogt [FDP]: Wir haben noch mehr Standorte!) (Lars Harms) – Ja, es gibt noch viel mehr Standorte, aber Heide ist keine Universitätsstadt, sie hat nur eine Fachhochschule. (Christopher Vogt [FDP]: Ein Hochschulstandort!) – Ich habe Universitätsstandorte genannt. Bei mir immer genau zuhören, das ist ganz wichtig! Davon zu lernen, ist auch ganz wichtig. Wir sind alle auf einer Seite, lassen Sie uns ordentlich Wohnheimplätze für die jungen Leute bauen, dann kommen sie auch und machen ihre Ausbildung hier, und es geht uns als Land besser. – Vielen Dank. (Beifall SSW, SPD und Dr. Heiner Garg [FDP])
