Dr. Bernd Buchholz
Und das ist gut so!) Aber Milliarden für den Bau der Elbquerung auszugeben und dann auf eine Förderung der Fährverbindung zu hoffen oder diese schaffen zu wollen, die mit der Fertigstellung des Tunnels dann nicht mehr benötigt wird, weil die Fähren dann keine Funktion mehr haben, ist doch ein bisschen entscheidungsunfreudig und angesichts der angespannten Haushaltslage nicht realistisch. Dabei geht es nicht nur um den finanziellen Aufwand. Die Elbfähre könnte man anderswo nicht besonders gut nutzen. Was passiert mit diesen Schiffen, die extra gebaut wurden, wenn der Elbtunnel fertig ist? – Gerade auf niedersächsischer Seite müssten für das Fährkonzept der Anleger und die B 495 erweitert werden – in einem FFH-Gebiet. Gegenüber der A 20 ist das sicherlich ökologisch das kleinere Übel, aber beides zu machen, schadet der Umwelt doppelt. Das sieht übrigens auch das SPD-geführte Verkehrsministerium in Niedersachsen so. Der Verkehrsminister dort vertritt sogar die Einschätzung, die Einschnitte in das FFH-Gebiet wären vor dem Hintergrund der eh geplanten A 20 gar nicht zu rechtfertigen. Zuletzt bleibt der Umstieg auf erneuerbare Antriebe. Auch dieses Ziel ist natürlich total unterstützenswert, und gerade im Bereich der Schifffahrt haben wir hier noch eine große Herausforderung. Aber auch hier muss gleichermaßen ein Angebot für Anbieter von Fähren geschaffen werden. Es darf nicht ein Fährbetreiber unterstützt werden und andere nicht. Lassen Sie mich zusammenfassen: Das Konzept der FRS ist durchdacht und hat das Potenzial, die Verkehrssituation vor Ort zu entlasten, mit vertretbaren ökologischen Abstrichen und Jahre bevor ein potenzieller Elbtunnel fertiggestellt würde. Das Konzept ist in der aktuellen Ausgestaltung aber einfach zu groß gedacht und zu langfristig angelegt, um jetzt eine vorübergehende Lösung für einen in einigen Jahren fertigen Elbtunnel zu schaffen. Es ist eher eine Alternative zu einem Elbtunnel. Deshalb ist es sinnvoll, die Gespräche darüber zu führen, wie der Übergang besser geregelt werden kann. Da kann mit dem Fährbetreiber zusammengearbeitet werden. Aber das ganze Konzept zu finanzieren, ist, so glaube ich, nicht möglich. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
