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Serpil Midyatli

SPD 14.12.2023 Sitzungen 20/46

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte heute gern mein Versprechen einlösen. Ich habe Sandra Redmann, meiner liebsten Kollegin, versprochen, (Beate Raudies [SPD]: Na, na, na! – Weitere Zurufe SPD) keine Vergangenheitsbewältigung zu machen, auch wenn mir das gerade in dieser Debatte besonders schwerfällt. Liebe Sandra, ich werde mich aber daran halten. Hier liegt die Betonung: Der erste von den regierungstragenden Fraktionen, der anerkannt hat, dass wir hier ein Problem haben und dass die Unzufriedenheit im Land groß ist, war Tobias Koch. Das müssen wir hier einmal festhalten. Niemand von den regierungstragenden Fraktionen hat dies zuvor anerkannt. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür. Das viele Geld wird das Problem anscheinend nicht lösen. Das ist ein Fakt, der hier anerkannt worden ist. (Beifall SPD) Verehrte Kolleginnen und Kollegen, mal ganz ehrlich: Wir führen seit zehn bis 20 Minuten hier eine Debatte. Ich habe mit meinem Beispiel versucht klarzumachen, dass es echt Not gibt. Wir waren doch fast alle beim Vorlesetag in den Kitas. Da haben wir gehört, dass Kitaleitungen morgens Eltern anrufen und sagen: Bitte betreut eure Kinder heute zu Hause, weil uns die Leute fehlen, da sie krank sind. – Das haben Sie doch mitbekommen. Wir wissen doch, dass es tageweise zu erheblichen Problemen kommt. In Itzehoe wird eine Betreuung nur noch an vier Tagen angeboten. Der fünfte Tag wurde aufgrund des Fachkräftemangels komplett gestrichen. Ich möchte daran erinnern, dass Kinder, wenn man Glück hat, schon sehr früh in die Krippe kommen. Dann haben sie dort noch einige Jahre. Es ist aber nicht so, dass wir zehn Jahre lang Zeit hätten, um alles auf den Weg zu bringen. Die Kinder sind dann schon am Ende der Grundschulzeit. Bei all dem, was wir machen, haben wir also nicht viel Zeit. (Werner Kalinka [CDU]: Wovon reden Sie eigentlich?) Es geht um die Kinder in Schleswig-Holstein. Wenn es mit Geld allein nicht zu lösen sind, Herr Koch, gerade dann ist das doch wichtig. Geld ist der einfachste Weg, ein Problem zu lösen. Das ist so. Wenn man aber mit Geld ein Problem nicht lösen kann, dann ist die Qualität der Arbeit der Landesregierung von Bedeutung. (Tobias Koch [CDU]: Immer!) Wenn man ein Problem mit Geld nicht lösen kann, dann muss man das Problem anders lösen. (Beifall SPD und SSW) Da braucht es Ideen, Konzepte, Verständigung, Kommunikation und so weiter. Da bin ich gespannt. Die Kitakrise ist da. Die Eltern beschweren sich. Die Träger sind nicht zufrieden. Ich sage es Ihnen jetzt noch einmal, Frau Ministerin, auch im Vorwege, mein allerletzter Satz: Wenn das so weitergeht, werden wir erleben, dass es spätestens im Juni Kitaschließungen im ganzen Land gibt. Dann werden uns die bestehenden Fachkräfte auch schon weggelaufen sein. Sie haben jetzt noch Zeit. Lassen Sie uns Kitaschließungen in diesem Land gemeinsam verhindern! (Serpil Midyatli) (Beifall SPD und SSW)

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