Birte Pauls
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte noch einmal an dieser Stelle unseren Antrag unterstützen und deutlich machen, warum es so wichtig ist, dass den Leuten jetzt, sofort und unbürokratisch geholfen wird. Ich wohne auf dem Holm in Schleswig, also mitten in diesem Hochwassergebiet. Mein Häuschen ist Gott sei Dank nicht betroffen gewesen, weil wir ein bisschen höher liegen, aber wir konnten von Freitagmorgen an stündlich beobachten, wie das Wasser gestiegen und in die Häuser hineingelaufen ist. Es wurde nachts geschaufelt, es wurde gepumpt, und, und, und. Es gab eine ungeheure Nachbarschaftshilfe, aber es hat natürlich die Auswirkungen, dass einige Häuser nicht bewohnbar sind. Ich erzähle Ihnen gern, welche Häuser das zum Beispiel sind. Da ist ein älteres Ehepaar, er ist über 80 Jahre, sie ist etwas jünger. Sie haben dieses Häuschen selbstverständlich schon einmal bezahlt. Das ist zurzeit nicht bewohnbar. Sie sind untergekommen bei fremden Leuten in einer Ferienwohnung, gratis, als Spende. Das war aber nicht allen möglich. Wir haben eine Frührentnerin, der auch quasi alles abgesoffen ist. Sie wird nicht in der Lage sein, überhaupt einen Kredit zurückzuzahlen. Das kann sie mit ihren geringen finanziellen Mitteln gar nicht. Wir haben eine junge Familie mit vier kleinen Kindern, deren Wohnraum zurzeit nicht zur Verfügung steht, beziehungsweise es gibt nur partiell zwei Zimmer oben. Diese Familie muss in einer fremden Wohnung kochen. Dann gibt es noch eine weitere Familie. Sie ist gerade eingezogen, sie hatte gerade alles renoviert. Alles ist abgesoffen, alles muss raus, alles muss neu gemacht werden. Diese Frührentnerin hat zum Beispiel Angst, die notwendigen Handwerker zu bestellen, weil sie nicht weiß, wie sie sie bezahlen soll. Meine Damen und Herren, das wischen Sie hier gerade weg. Herr Madsen, ich weiß, dass das nicht Ihre Rede war, aber das ist die Haltung der Landesregierung. Sie wischen das gerade weg mit einer Argumentation, die an Arroganz nicht zu überbieten ist. Wir reden hier ja nicht von Tausenden von Menschen, denen jetzt geholfen werden muss. Vielleicht sind es einige Hundert. Ich weiß es nicht, ich kann es nicht beurteilen. Ich war in Arnis, ich war auch in Langballig, ich war auch mit Thomas und Sandra unterwegs, ich habe mit den Leuten gesprochen. Ich habe das natürlich vor Ort die ganze Zeit über mitbekommen, das Elend und die Angst der Menschen, die jetzt unmittelbar betroffen sind. Wenn man diesen Menschen jetzt helfen will, dann zahlt man Ihnen unbürokratisch eine Summe aus, die wir mit 5.000 Euro beziffert haben, sodass sie jetzt, an dieser Stelle, hier und sofort, das Nötigste anschaffen können und jedenfalls schon einmal den Handwerker bestellen können, um nasse Wände herauszuklopfen, und, und, und. Also: Geben Sie sich einen Ruck. Lassen Sie diese Leute nicht im Regen stehen. Ich habe auch andere Nachbarn, die sagen: Ich brauche all diese Kredite an dieser Stelle nicht, ich würde diese auch nicht beantragen. Aber: Helfen Sie den Leuten, die das jetzt dringend und notwendig brauchen! – Ich danke Ihnen. (Beifall SPD und SSW)
