Christian Dirschauer
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! So ganz unkommentiert kann ich das nicht stehenlassen. Es steht mehr oder weniger der Vorwurf im Raum, der SSW äußerte hier einen Generalverdacht gegen die öffentliche Verwaltung. Das weise ich absolut zurück. Ich will das auch begründen – an meiner eigenen Person. (Christian Dirschauer) Ich habe 20 Jahre in der öffentlichen Verwaltung gearbeitet. Acht Jahre war ich freigestellter Personalrat, später in anderen Funktionen. Ich habe die Verwaltung in unterschiedlichen Konstellationen kennengelernt, war aktiver Gewerkschafter im kommunalen Bereich und habe mich in jeglicher Hinsicht für die Verwaltung und ihre Beschäftigten eingesetzt. (Unruhe) Aber, ja, in allen Bereichen der Gesellschaft findet Diskriminierung statt. (Beate Raudies [SPD]: So ist es!) Diskriminierung findet auch im öffentlichen Handeln statt, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Ich habe es in diesen 20 Jahren in der Verwaltung an unterschiedlichen Stellen leider selbst gesehen und erlebt. Wenn wir ein AGG haben, das den Privatrechtsverkehr gestaltet, dort sozusagen ansetzt, haben doch gerade wir als Land Schleswig-Holstein, gerade die öffentliche Verwaltung, eine ganz besondere Vorbildrolle. Die können wir nur wahrnehmen, wenn wir selbst als gutes Vorbild vorangehen. Das machen wir, wenn wir ein solches Landesantidiskriminierungsgesetz für uns beschließen. – Danke. (Beifall SSW, SPD und Uta Röpcke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
