Jette Waldinger-Thiering
Sehr geehrte Präsidentin! Ich habe mich zu einem Kurzbeitrag gemeldet, um genau das Problem anzusprechen, das der Abgeordnete Lasse Petersdotter gerade versucht hat geradezuruckeln. Ich muss sagen: Die Geraderuckelei hat nicht hingehauen, weil das Land eine Aufsichtspflicht hat und damit auch sagen muss, wann Deiche nicht mehr ausreichend sind. Der Ministerpräsident hat genau wie der Oppositionsführer Thomas Losse-Müller in den Reden gesagt: Das eine ist, dass die landeseigenen Deiche geschützt haben, weil sie eine andere Höhe und eine andere Struktur haben. Und dann stehen wir hier und sagen das anders: Na ja, aber wenn wir jetzt die privatgetragenen Deiche in Landeseigentum umwandeln sollten, ist das auch mit Kosten verbunden? – Liebe Leute, ganz ehrlich: Das ist Daseinsvorsorge. Soll das an der Ostsee von privaten Menschen getragen werden, wo es an der Nordsee durch das Land getragen wird? Ich bin auch in meinem Wahlkreis unterwegs gewesen. Wir haben Wasser‑ und Bodenverbände. Da sind in dem einen Wasser- und Bodenverband vielleicht zwei Eigentümer, die sehr finanzstark sind, die anderen beiden aber nicht. Wie soll das dann getragen werden? Wenn ich in meinem Wahlkreis in Rendsburg-Eckernförde schaue, muss ich sagen: Wir sprechen hier über Existenzen, die zugrunde gehen. Und wir sprechen nicht nur davon, dass vielleicht der Campingplatz abgesoffen ist und alle, die dort ihren Camper gehabt haben, jetzt einen neuen kaufen müssen, oder der Campingplatzbetreiber (Jette Waldinger-Thiering) vielleicht keinen Kredit mehr bekommt. Wir sprechen auch darüber – ich glaube, das ist das, was die Menschen bei uns an der Küste haben wollen –, dass der LKN kommt, die Schäden begutachtet und gemeinsam mit den Menschen, die jetzt dort stehen und wiederaufbauen wollen, eine Lösung findet, und zwar eine Lösung jetzt und nicht erst in zwei Jahren oder so, sondern eine Lösung, damit auch gleich wieder gebaut werden kann. Denn der nächste Herbststurm wird kommen, und er wird brutal werden, weil schon alles kaputt ist. Ich glaube, das müssen wir echt mitnehmen. Auch von meiner Seite – ich habe selbst mitgeholfen –: Tusind tak til alle, die da waren, die geholfen haben. Das hat überall echt super geklappt. Irgendwann müssen wir uns vielleicht einmal Gedanken darüber machen, wie weit unsere Blaulichter weiter allein vom Ehrenamt getragen werden können, denn ohne die wären wir echt komplett abgesoffen. Das ist das eine mit dem Ehrenamt. Lassen Sie uns gemeinsam echte Lösungen und vor allen Dingen auch schnelle Hilfen finden, damit wieder alles repariert werden kann, was kaputtgegangen ist. (Beifall SSW, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und vereinzelt FDP)
