Christian Dirschauer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich weiß – letzte Debatte, und dann noch ein Kurzbeitrag. Mir ist es als Flensburger ein (Christian Dirschauer) ganz persönliches Anliegen, Danke zu sagen: Danke an die SPD, die die Debatte heute angestoßen hat, aber Danke auch an alle anderen Fraktionen, alle Rednerinnen und Redner für die heutige Debatte. Ich sehe das Signal, das am Ende wohl dabei herauskommen wird. Die Werft in Flensburg ist für uns Flensburger mehr als nur ein Arbeitgeber. Lassen Sie mich vielleicht von Johann Brummer erzählen. Johann Brummer war, wenn man ihn so gesehen hat, das völlige Gegenteil von mir: großgewachsen, schlank, und als Nieter auf der Werft hatte er solche Oberarme. Aber tatsächlich teile ich DNA mit Johann Brummer: Johann Brummer war nämlich mein Ur-Urgroßvater und einer der Ersten aus meiner Familie, die auf der Werft gearbeitet haben, aber bei Weitem nicht der letzte. (Birte Pauls [SPD]: Da kann ich mithalten!) – Das kannst du gern noch ergänzen, Birte. So wie es meiner Familie geht, geht es vielen anderen Familien in Flensburg. Viele Familien haben über Generationen eine Verbindung zur Werft, und sie gehört einfach zu Flensburg und zu Flensburgs DNA. Die Werft ist ein Teil von Flensburg wie die Förde oder auch das Nordertor. Auch für die dänische Minderheit hat die Werft in Flensburg eine ganz besondere Bedeutung, war sie doch durchaus eine Keimzelle nicht nur für die Arbeiterbewegung, sondern auch für die dänische Minderheit, insbesondere im nördlichen Teil von Flensburg. Insoweit haben wir eine ganz emotionale Bindung an unsere Flensburger Werft. Deswegen: Danke dafür, dass wir an einem Strang ziehen. Ich erkenne, dass alle in die gleiche Richtung ziehen. Das ist nämlich auch wichtig bei einem solchen Strang. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Herrn Buchholz einmal zustimme. (Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich auch nicht!) Das mache ich an der Stelle aber gern, wenn wir nämlich über Lars Windhorst reden. Lars Windhorst hat die beiden Werften gerettet. (Vereinzelter Beifall CDU, Beifall Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Jette Waldinger-Thiering [SSW]) Noch kann diese Geschichte gut ausgehen. Noch kann Lars Windhorst auch ein Werftenretter sein. Darum muss es jetzt gehen. Wir haben zwei wirklich moderne Hightechwerften. Das sind keine kleinen Schweißerbuden, über die wir sprechen. Da ist ganz viel Kompetenz. Den Braindrain dort müssen wir jetzt vermeiden; da zähle ich auf alle Beteiligten. Gut, dass die Signale positiv sind, auch von Windhorst selbst. Insoweit ganz herzlichen Dank für die heutige Debatte. (Beifall SSW, vereinzelt CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)
