Dr. Bernd Buchholz
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Arbeit der Jugendberufsagenturen ist auch in Zeiten geringer Jugendarbeitslosigkeit wichtig, weil es gerade darum geht, dass im Zusammenspiel zwischen Jugendhilfe, Jobcenter und Schulen junge Leute nicht durchs Rost fallen, was leider immer wieder passiert, weil sie keinen schulischen Abschluss hinbekommen und in der Zeit, in der sie berufliche Tätigkeiten aufnehmen könnten, irgendwie verlorengehen. Genau das ist die Aufgabe von Jugendberufsagenturen. Als wir das damals eingeführt haben, gab es ein datenschutzrechtliches Problem, weil andere die Daten aus einer Schule nicht mitnehmen konnten und deshalb nicht wussten, wo diejenige beziehungsweise derjenige geblieben ist. Es ist der Sinn von Jugendberufsagenturen, das zu ermöglichen und sich in Fallkonferenzen jedes einzelne dieser Schicksale anzuschauen und daraus perspektivisch einen positiven Lebensweg zu machen. Deshalb ist es gut und richtig, dass wir das weiterentwickeln. Herr Kollege Knöfler, ich bin voll und ganz dafür, dem auch einen Qualitätsrahmen zu geben. Es war in der Tat so, dass Kollege Habersaat das vor einem Jahr noch vehement abgelehnt hat. Warum das so war, weiß ich nicht. Man kann aber auch zu einer besseren Erkenntnis kommen. (Beifall FDP und vereinzelt SPD) Ich komme auf den zweiten Spiegelstrich eures Antrags zu sprechen. Ich finde es sehr gut, dass wir diesen Antrag insgesamt in den Bildungsausschuss überweisen. Erstens kann sich der Kollege Vogt dann einmal sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen. (Vereinzelt Heiterkeit und Beifall) Zweitens möchte ich Ihnen den zweiten Spiegelstrich noch einmal vorlesen. Da heißt es: „Der Landtag bittet die Landesregierung, gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren … zu prüfen, wie Jugendberufsagenturen in Netzwerken sowie bei Veranstaltungen und Aktivitäten im Kontext des Übergangs SchuleBeruf stärker einbezogen und deren Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere gegenüber allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, intensiviert werden kann.“ – Hä? (Vereinzelt Heiterkeit FDP und SPD) Herr Kollege Knöfler, was wollen Sie jetzt? – Sie wollen prüfen, wie Jugendberufsagenturen in Netzwerken stärker einbezogen werden können. Da würde ich antworten: einladen. (Martin Habersaat [SPD]: Damit ist die Prüfung schon erledigt!) Zweitens geht es darum, wie die allgemeinbildenden Schulen besser über die Arbeit der Jugendberufsagenturen informiert werden können. Die Antwort lautet: indem die Jugendberufsagenturen dort hingehen und über ihre Arbeit erzählen. – Wir können das im Bildungsausschuss aber gerne noch intensiv prüfen. (Beifall FDP und vereinzelt SPD) Sprecht im Ausschuss noch einmal darüber! Ich bin nicht Mitglied im Bildungsausschuss. Vielleicht ist mir der intellektuelle Mehrwert dieses Spiegelstrichs auch nicht geläufig geworden. (Dr. Bernd Buchholz) (Peer Knöfler [CDU]: Das mag sein!) Ich bin auch dafür, die Fachtage zu intensivieren. Das finde ich gut. Den letzten Spiegelstrich könnt und solltet ihr streichen, weil diese Überlegungen von Hubertus Heil vom Tisch sind, ehrlicherweise zu Recht vom Tisch sind. Ich habe überhaupt nicht verstanden, wie man auf diese Idee kommen konnte. (Beifall FDP) – Wir wissen jetzt, dass es geprüft worden ist, weil die Einsparungsthemen, die auf dem Tisch lagen, schon so waren, dass man sich fragen musste, wo man die Millionen einsparen kann. Es war jedenfalls der falsche Ansatz, darüber nachzudenken, bei den unter 25-Jährigen eine Veränderung vorzunehmen. Im Änderungsantrag der Fraktion der SPD ist von „möglichst flächendeckend“ die Rede. Auf diesen Begriff reagiere ich immer etwas zögerlich. Ich bin sehr wohl dafür, dass wir auch in unserem Heimatkreis, in Stormarn, eine Jugendberufsagentur bekommen. Daran sollten wir gemeinsam weiter arbeiten. Das tun wir ja auch. „Möglichst flächendeckend“ klingt aber immer so, als ob man im Dithmarschen noch zwei oder drei mehr möchte. (Peer Knöfler [CDU]: Wo ist denn jetzt der Vorschlag?) – Der Vorschlag ist, im Ausschuss darüber zu reden, was gemeint ist. (Zuruf CDU: Toller Vorschlag!) Wir sind mit dem Ausrollen der Jugendberufsagenturen bis auf Stormarn verdammt weit gekommen. Wenn wir Stormarn noch dabei haben, dann haben wir für meine Begriffe im Land Schleswig-Holstein schon verdammt viel erreicht. Dann haben wir im Land Schleswig-Holstein genügend Standorte, die auch für alle einigermaßen gut erreichbar sind. Warum man nicht mit prüfen kann, welche Erfahrungen Hamburg mit den über 25-Jährigen gemacht hat, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Ich täte das gerne. Insoweit bin ich dankbar, dass diese beiden wichtigen Anträge mit dem Klärungsbedarf, den ich vorhin aufgezeigt habe, im Bildungsausschuss einer intensiven Arbeit zugeführt werden, damit die Arbeit der Jugendberufsagenturen im Lande noch mehr verbessert werden kann. – Herzlichen Dank. (Beifall FDP und SPD – Zuruf CDU: Sie sind herzlich willkommen! – Christopher
