landtag.ltsh.de ↗

Michel Deckmann

CDU 12.10.2023 Sitzungen 20/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wohnen ist eine wesentliche Frage für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Es be- (Michel Deckmann) darf vieler Maßnahmen, um mehr Wohnraum zu schaffen, der günstig ist und gute Qualität hat. Die soziale Wohnraumförderung, die Konstruktion praxistauglicher Förderkulissen, der Abbau von Bürokratie bei Neubau und Sanierung – das sind wichtige Maßnahmen. Aber es bedarf weiterer, teilweise auch kleinteiliger Werkzeuge, um die Gesamtsituation zu verbessern. Denn wenn wir Wohnungsbau betreiben wollen, darf es uns nicht bloß um unsere großen Städte gehen; nein, wir müssen auch an den ländlichen Raum denken, wir müssen auch das kleine Dorf adressieren. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Wie ist die Situation in unseren Dörfern? Wie wird dort eigentlich Wohnungsbau betrieben? – Klassischerweise weisen die Kommunen ein Baugebiet für Ein- und Zweifamilienhäuser aus. Das ist gut so; dafür gibt es großen Bedarf. Die Menschen ziehen aufs Dorf, gründen eine Familie, bauen das Haus nach ihren Wunschvorstellungen oder kaufen ein Eigenheim und passen es anschließend an. Die Kinder wachsen in diesen Räumlichkeiten auf; teilweise ist der Platz zu knapp. Doch irgendwann ziehen die Kinder aus. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden älter. Es wird schwerer, das Haus zu bewirtschaften. Das Problem: Passender Wohnraum – unter anderem für Seniorinnen und Senioren – auf dem Land ist knapp. Die Situation der Kinder ist übrigens nicht viel besser. Kaum ist die Ausbildung fertig und man möchte auf dem Dorf wohnen bleiben – schwierig. Mietwohnungen oder kleine Wohneinheiten sind ebenfalls eher Mangelware. Welche Folgen hat dies für uns? – Die Älteren bleiben vor Ort. Die Jungen haben es schwer, wieder aufs Dorf zu kommen. Und wenn die Senioren tatsächlich in passenden Wohnraum umziehen wollen, dann müssen sie häufig ihr intaktes soziales Umfeld verlassen. Für viele ist das verständlicherweise eine viel zu hohe Hürde, denn die heimischen Strukturen werden geliebt. Man hat die sozialen Strukturen, die Freunde, die Treffpunkte, die Vereine vor Ort und so weiter. Gleichzeitig sind aber die jungen Menschen nicht mehr da; viele kommen dauerhaft nicht zurück. Eine Folge für die Gesellschaft vor Ort: Das Ehrenamt trocknet immer weiter aus. Die Arbeitgeber vor Ort stehen vor der Herausforderung, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Die Gefahr eines vergreisten Dorfes steigt deutlich an. Unser Ansatz, dem entgegenzuwirken, ist: Lassen wir nicht mehr nur die Kirche im Dorf, sondern auch die Menschen! (Heiterkeit und Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW – Dr. Bernd

Alle Reden von Michel Deckmann Protokoll ↗