Christopher Vogt
Liebe Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Lehrkräfte haben einen der wichtigsten Berufe in unserer Gesellschaft, eigentlich auch einen der schönsten, denn sie bereiten unsere Kinder und Jugendlichen ganz maßgeblich mit auf das Leben vor. Die Landesregierung spricht auf ihrer Website von einem Traumberuf. Das sehen leider aktuell nicht mehr alle Beteiligten so oder haben es noch nicht so erkannt. Denn die Rahmenbedingungen – das muss man ehrlicherweise sagen – könnten an vielen Stellen wirklich besser sein. Daran muss das Bildungsministerium dringend arbeiten. Denn es liegt nun einmal im Interesse unserer Gesellschaft, dass wir gute Lehrkräfte haben und auch mehr qualifizierte junge Menschen diesen wichtigen Beruf ergreifen wollen. Dass jetzt wieder einmal eine Diskussion über die Finanzierung von Klassenfahrten entstanden ist, wirft kein gutes Bild auf unser Bildungsministerium. (Beifall FDP, SPD und SSW) Das schadet natürlich auch beim Werben um qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für die Lehramtsberufe. Es nervt alle Beteiligten. Denn das sind wirklich Basics für ein Bildungsministerium, das sind doch ganz normale Dinge, die laufen müssen. Insofern bin ich schon stark irritiert, dass es diese Diskussion in dieser Form gibt. Zur großen Bedeutung von Schulausflügen und Klassenfahrten ist von meinen Vorrednern eigentlich schon alles gesagt worden. Deshalb möchte ich Sie mit meinen eigenen Anekdoten nicht belästigen. Ich habe vom Kollegen Buchholz gerade schon welche gehört. (Zurufe: Oh, schade! – Jasper Balke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das wollen wir auch hören!) Ich habe etwas von seinen Erinnerungen gehört, aber ich möchte das Kopfkino bei mir lassen. (Heiterkeit) Meine Damen und Herren, Schulausflüge und Klassenfahrten gehören zum Schuldienst dazu, übrigens auch für die vielen Teilzeitkräfte. Das ist auch richtig so. Sie werden nicht als Überstunden gewertet, sind aber eben auch kein Privatvergnügen, weshalb der Dienstherr selbstverständlich für die Kosten aufkommen muss. Es kann nicht sein, dass Lehrkräfte diese Dienstfahrten teilweise selbst bezahlen oder sich von den Eltern bezahlen lassen müssen. Das geht einfach nicht. Es passiert aber leider immer wieder in Schleswig-Holstein. (Beifall Dr. Heiner Garg [FDP]) Wenn ich dann höre, Na ja, das liege daran, dass einige Schulen das Budget rissen, andere schöpften das gar nicht aus, muss man vielleicht die Verteilung der Gelder etwas flexibler und intelligenter steuern. Meine Damen und Herren, das Ministerium ist für die Aufsicht und Steuerung zuständig. (Beifall FDP, SPD und SSW) Da wundere ich mich über Aussagen von Vertretern der Koalition nach dem Motto: Ja, das ist irgendwie schwierig, das muss man sich noch einmal anschauen. Das sind wirklich Basics für ein Ministerium. Das muss man wirklich schneller und besser lösen. (Dr. Heiner Garg [FDP]: Lass uns doch mal ein Konzept machen! – Heiterkeit FDP) Natürlich – das ist vollkommen klar – müssen die Klassenfahrten auch immer in einem bestimmten Rahmen und auch einem bestimmten Kostenrahmen bleiben. Es ist angesichts gestiegener Kosten gerade jetzt nach Corona allerdings auch nicht (Christopher Vogt) einfacher geworden, attraktive Klassenfahrten in einem gewissen Budget zu organisieren. Das Bildungsministerium ist jetzt wirklich gefordert, bei diesem Thema für Klarheit zu sorgen. Es braucht klare und sinnvolle Vorgaben, vor allem beim Budget, das eben auch rechtzeitig klar sein muss, damit man rechtzeitig planen kann. Verlässlichkeit ist bei Klassenfahrten ein ganz wichtiger Punkt. (Beifall Oliver Kumbartzky [FDP]) Wir werden dem Antrag von SPD und SSW zustimmen. Der Antrag der Koalition dreht sich vor allem um das übliche Berichten und Prüfen. Immerhin sollen nach dem Willen von CDU und Grünen diesmal auch Vorgaben überarbeitet und aktualisiert werden, was vielleicht darauf hindeutet, dass eben auch die Koalition merkt: Es läuft nicht alles gut, und es gibt durchaus Handlungsbedarf. Frau Ministerin, sorgen Sie schnellstmöglich für Klarheit und Verlässlichkeit, damit der Lehrerberuf in Schleswig‑Holstein auch tatsächlich zum Traumberuf werden kann. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall FDP, SPD und SSW)
