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Jasper Balke

GRÜNE 13.07.2023 Sitzungen 20/33

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im Sport sind – wie in der Politik – Strategie, Teamarbeit und fairer Wettbewerb wichtig. Es geht aber auch um Zusammenhalt, Mitnahme und Gemeinsamkeit. Das Ehrenamt und insbesondere der Sport haben eine herausragende Rolle bei der Vermittlung dieser Werte und nicht zuletzt der Verteidigung unserer Demokratie. Gerade in der aktuellen Zeit brauchen wir mehr denn je Verbindendes, wir brauchen Orte, an denen sich ganz unterschiedliche Menschen treffen und zusammen wirken. Wir brauchen Strukturen, in denen Menschen Barrieren in Bezug auf Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und sozialen Hintergrund überwinden und sich gemeinsam ehrenamtlich einbringen, (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW) ihr Wissen weitergeben und gemeinsam Strategien und Lösungen erarbeiten – ob auf dem Platz oder im Vereinsvorstand. Aber nicht nur das, denn der Sport spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens. Regelmäßige sportliche Betätigung trägt zu einem gesunden Lebensstil bei, beugt verschiedenen Krankheiten vor und fördert die körperliche Fitness. Gerade bei den immer weiter sinkenden täglichen Bewegungsminuten und den immer weiter steigenden Adipositaszahlen bei Kindern und Jugendlichen sind der Sport und niedrigschwellige Bewegungsangebote wesentliche Mittel hin zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit. (Jasper Balke) (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sport ermöglicht es einzelnen, sich selbst herauszufordern, Grenzen zu überschreiten und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Er wirkt sich positiv auf die Gesellschaft als Ganzes aus, indem er die Gesundheitskosten senkt, die allgemeine Lebensqualität verbessert, Zugehörigkeitsgefühl, sozialen Zusammenhalt und Integration stärkt. Deshalb ist es absolut richtig, dass wir heute über den Sport in Schleswig-Holstein und darüber sprechen, wie wir Vereine und andere Akteurinnen und Akteure auch in haushalterisch schwierigen Zeiten so unterstützen können, dass sie auch weiter die wichtige gesellschaftliche Rolle einnehmen können, die sie haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Martin Balasus [CDU]) Es ist auch richtig, dass wir dabei natürlich ganz konkret über Geld sprechen, denn selbstverständlich sind für eine nachhaltige Sportlandschaft auch Investitionen notwendig. Deshalb haben wir über die Nachschiebeliste zum Haushalt die Ausgaben für die Sportförderung erhöht, dabei zum Beispiel 2,85 Millionen Euro für Starterprojekte des Zukunftsplans Sportland Schleswig-Holstein oder den Energie-Härtefallfonds für Vereine und Verbände aufgelegt. Doch natürlich kann immer mehr gemacht werden, und selbstverständlich tut es deshalb an so relevanten Stellen auch weh zu kürzen. Das tut es aber eben immer. Kürzungen machen wir aber nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus finanzpolitischer Verantwortung. Deswegen ist es klar, dass wir jetzt nicht so einfach unsere Kürzungen werden zurücknehmen können. Doch gerade weil uns die Entwicklung des Sports ja auch bei schlechter Haushaltslage und Kürzungslisten weiterhin wichtig ist, sollten wir im Ausschuss auch darüber reden, wie die verbleibenden Mittel sinnvoll genutzt und eingesetzt werden können. Denn auch mit den durch das Ministerium vorgestellten Kürzungen geben wir weiterhin strukturell über 12 Millionen Euro über die Förderung des Landessportverbandes, der Gemeinden und Förderungen an Dritte. Dieser Prozess muss auf dem wissenschaftlich begleiteten Sportentwicklungsplan aufbauen, der eine Vision für das Sportland Schleswig-Holstein entwickeln soll, eine Vision, die die Bedürfnisse von Breiten‑, Gesundheits‑, Leistungs‑ und Trendsport berücksichtigt und die gesellschaftlichen Aufgaben wie Integration und Inklusion mitdenkt. Alle 14 Kreissportverbände und 52 Landessportfachverbände sowie der Landessportverband waren in die Entwicklung dieser Vision eingebunden. Herausgekommen ist der Zukunftsplan Sportland Schleswig-Holstein mit nicht weniger als 118 Handlungsempfehlungen, die es nun weiterhin und konsequent – übrigens auch über alle Ressorts hinweg – umzusetzen gilt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SSW und Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich mache es kurz: Ich stimme zu, das Sportland Schleswig-Holstein besteht nicht nur dadurch, dass man es die ganze Zeit so benennt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP, SSW und vereinzelt SPD) Ein Sportland arbeitet aktiv mit Sportvereinen, Schulen, Kommunen und gesellschaftlichen Organisationen zusammen, um Sport in die Breite zu tragen, Nachwuchs zu fördern und Leistungssportlerinnen und ‑sportlern eine Perspektive auch nach der sportlichen Karriere zu ermöglichen. Ein Sportland Schleswig-Holstein dient als Plattform für kollektives Handeln und ermöglicht es den Beteiligten, zusammen auf gemeinsame Ziele und Wünsche hinzuarbeiten. Unser Sportland Schleswig-Holstein werden wir deshalb auch trotz der wirklich schwierigen Haushaltslage in Zusammenarbeit mit den wesentlichen Akteurinnen und Akteuren weiterentwickeln. In diesem Sinn freue ich mich auf die Diskussionen und Beratungen im Ausschuss. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SSW und Dr. Bernd Buchholz [FDP])

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