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Serpil Midyatli

SPD 16.06.2023 Sitzungen 20/31

Sehr verehrter Kollege, ich finde es grundsätzlich gut, wenn man erst einmal überhaupt sagt: Du musst einen (Dr. Bernd Buchholz) Sprachkurs machen – den erleichtern wir –, und dann kannst du natürlich Busfahrerin oder Busfahrer werden. Aber wir haben jetzt schon festgestellt – das hat nicht nur etwas mit den Gästen zu tun, das hat etwas mit der Leitzentralenbesprechung und mit Fachqualifikation zu tun –, dass es in der Tat es immer öfter vorkommt, dass sich Busfahrerinnen und Busfahrer, aber nicht nur, weil sie die Sprache nicht können, tatsächlich verfahren, weil sie einfach nicht genügend ausgebildet sind. B 1 ist, was die Sprachqualifikation angeht, überhaupt nicht hoch. Dass das nicht funktioniert, sagen Ihnen auch die Leute in allen anderen Branchen: Sie brauchen auch Fachqualifikation. B 1 plus Fachqualifikation, was die Sprache angeht – da bin ich wieder voll bei Ihnen. Das ist aber auch für die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig, weil sie sonst den Beruf wieder verlassen. Dann hat wieder keiner etwas davon. – Frau Kollegin, dazu haben wir wahrscheinlich grundsätzlich eine unterschiedliche Auffassung. Ich glaube ehrlich gesagt, dass in Deutschland als einem der zentraleuropäischen Länder diese Fixierung auf die eigene Sprache ganz besonders ausgeprägt ist. (Beifall FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Es gibt in ganz vielen skandinavischen Ländern ganz viele Menschen, die sich in einer zweiten Sprache, nämlich auf Englisch, wunderbar miteinander unterhalten können. Das wünsche ich mir übrigens auch für die Verwaltung des Landes und für viele andere mehr. Es würde viele Sprachhemmnisse lösen, wenn wir uns ein bisschen von diesen Anforderungen trennen würden. (Beifall FDP und Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Zuruf Serpil Midyatli [SPD]) Ich will aber noch etwas sagen, weil ich inzwischen der Auffassung bin, dass wir in vielen Bereichen – – Das ist jetzt gar keine Frage, natürlich brauchen wir Einwanderung, natürlich brauchen wir Möglichkeiten, leichter zu Prüfungen zu kommen, natürlich brauchen wir diese ganzen Rahmenbedingungen. Die Idee des Absenkens des Alters auf 21 Jahre für die Berufsausübung, wobei die Ausbildung dann mit 18 beginnen kann, finde ich übrigens gut.

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