Christopher Vogt
Liebe Frau Kollegin, ich finde es immer besonders schön, zu sagen, wir wollen nicht nach hinten gucken, nachdem man zwei Minuten lang nach hinten geguckt hat. Ich will noch einmal kurz nach hinten gucken, weil Sie dem Kollegen Dr. Garg vorgeworfen haben: Er war fünf Jahre lang Minister, und das Problem ist noch nicht gelöst. Dann haben Sie gesagt: Er hat auch toll gekämpft. – Ich wollte fragen: Wie ist die erste Tranche eigentlich zustande gekommen? War das nicht durch Umschichtungen in IMPULS? Oder habe ich das falsch mitbekommen? (Beifall FDP) – Ja, das war so. Dafür hat der ehemalige Gesundheitsminister, Herr Garg, sich extrem eingesetzt, und er hat dafür gekämpft, und das finde ich super. Dafür bin ich ihm auch sehr dankbar. (Zurufe FDP) – So what. Ich finde es aber auch wichtig und richtig, dass wir den Blick auf das ganze System richten, und an der Stelle sind wir uns offensichtlich einig. Es nützt nichts, nur den ambulanten oder den stationären Sektor zu sehen. Ein Beispiel: Eine Frau erzählte mir letzte Woche, sie habe sich am Knöchel mit Verdacht auf Bänderriss oder vielleicht auch Kapselriss verletzt. Ihr wurde gesagt, sie solle sich einen MRT-Termin suchen. Wissen Sie, wann sie den bekommen hat? Am 20. April. Sie hat gesagt: Was nützt mir der Termin am 20. April? Daraufhin hat die Ärztin zu ihr gesagt: Rufen Sie doch den Rettungswagen. Der bringt Sie ins Krankenhaus, und dann bekommen Sie sofort die MRTMaßnahme. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist wirklich Absurdistan. Deswegen ist es so wichtig, dass wir die Sektoren zusammen bedenken. Sie sagen, wir haben – im Gegensatz zu Ihrem Modellprojekt – nichts Konkretes. Ja, das mag stimmen. Ich finde es aber nicht nebensächlich, dass wir so einen Antrag hier eingebracht haben. Ich finde es sehr wichtig, dass wir gerade jetzt diesen Punkt gesetzt haben, wenn es um die Krankenhausreform geht, wenn sich unsere Regierung, was ich erwarte – ich glaube auch, dass sie das tun wird – ganz stark für unsere Interessen einsetzt. Bitte denken Sie das zusammen. Ich finde Ihren Antrag zu einer Modellregion spannend und gut. Deshalb werden wir den auch gemeinsam mit unserem Antrag an den Ausschuss überweisen. Meine Damen und Herren, Pinneberg macht sich in diesem Sinne schon auf den Weg. Wenn es in irgendeiner Modellregion vielleicht klappt, dann ist das noch nicht das Konzept für das Land, dann ist das auch nicht das Konzept für die Krankenhausreform im Bund. Deswegen finde ich es schon wichtig, dass wir uns über eine Modellregion hinaus auch strukturell damit auseinandersetzen.
