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Lars Harms

SSW 27.01.2023 Sitzungen 20/18

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was der Kollege Hein gerade eben sagte, war nicht der einzige Grund, aus dem ich mich zu Wort gemeldet habe. Es ehrt Sie, Herr Kollege Hein, dass Sie sich sofort korrigiert haben. Das nehmen wir gern und dankend an. Trotzdem verweise ich gern noch einmal darauf, dass wir hier jahrhundertelang beheimatet sind und Sie sich darauf verlassen können, dass wir hier auch bleiben. (Beifall ganzes Haus) Aber das ist nicht das eigentliche Thema, sondern uns wurde vorgeworfen, wir übernähmen immer alles aus Dänemark: „Ihr kommt doch immer mit guten Beispielen“. – In der Tat kommen wir immer gerne mit den guten Beispielen, aber wir sind durchaus auch Dänemark gegenüber kritisch, man denke nur an die Grenzkontrollen, da waren wir die Hammer-Kritiker. Das war auch in Ordnung. Übri- (Lars Harms) gens haben wir da auch eine große Gemeinsamkeit geschaffen, was ich irgendwie auch gut finde. Wir gehen auch keinem Konflikt aus dem Weg, (Beifall SSW) egal ob hier oder mit unseren dänischen Freunden in Dänemark. Es gehört zur Politik, dass man sich eine eigene Meinung bildet und diese eigene Meinung auch entsprechend vertritt. Insofern nehmen wir das auch für uns in Anspruch. Nicht alles, was in Dänemark gemacht wird, wo wir uneinig sind, würden wir automatisch übernehmen. Wir finden, auch in Dänemark –das sagen wir unseren dänischen Freunden in Dänemark auch – machen CCS oder Fracking keinen Sinn. Es ist einfach nur ein Verschieben des Problems. Unsere Sorge ist, dass genau das jetzt passiert: Der Ministerpräsident schmeißt etwas auf den Markt, und alles fängt auf einmal an zu hüpfen. Das ist nicht in Ordnung: Wenn man etwas verändern will, muss man vorher die Diskussion geführt haben. Und dann mag man vielleicht irgendwann mit einem Vorschlag kommen. Aber dass ein Vorschlag – „Hej, ich hätte es gerne in der Außenwirtschaftszone“ – dazu führt, dass wir jetzt darüber diskutieren, ist eigentlich der falsche Weg. Wenn man ganz ehrlich ist, dann wissen wir, was der Grund ist, nämlich dass man merkt, dass man wenig Bock auf die Konflikte hat, die man bekommt, wenn man das gesamte System ändert. Das ist das Problem. Das ist das Problem, das wir hier haben, und es ist nicht in Ordnung, dass wir das so machen, (Beifall SSW und vereinzelt SPD) weil sich die Energie- und die Umweltschutzprobleme so nicht lösen lassen werden. Die Leute werden sich zurücklehnen. Das ist übrigens genauso wie mit LNG: Wenn ich weiß, dass ich 40 Jahre lang LNG bekomme, dann sage ich: Wunderbar, dann kann ich meine Gasheizung auch noch 40 Jahre betreiben, dann brauche ich mich nicht zu bewegen, dann brauche ich mir keine Rübe zu machen. Genau das passiert bei diesem Thema auch. Das, was wir eigentlich diskutieren sollten, ist doch: Wie bekommen wir es hin, dass wir möglichst wenig CO ausstoßen? Diese Diskussion ist aber heute 2 hier nicht geführt worden. Das ist das eigentliche Problem, das wir haben. – Vielen Dank. (Beifall SSW und SPD)

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