Christopher Vogt
Liebe Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir können ja bald zum anderen Teil des Tages übergehen. (Beifall – Martin Habersaat [SPD]: Du hast ja noch die Kettenverträge davor gestellt!) – Ich dachte, der Kelch geht an mir vorüber, aber mein Gott! Ich bedanke mich für den Bericht der Ministerin. Der Berichtsantrag der Koalitionsfraktionen hat auch bei uns für ein gewisses Erstaunen gesorgt, weil die Ministerin laut Antrag hier vor allem die Ergebnisse und Empfehlungen eines doch sehr umfangreichen KMK-Gutachtens vortragen sollte. Meine Skepsis mit Blick auf den Koalitionsantrag hat sich im Verlauf der Debatte bestätigt; denn so richtig viel schlauer sind wir in den letzten 20 Minuten nicht geworden, wenn man ehrlich ist. (Beifall FDP) Es ist sicherlich gut, dass wir noch einmal gehört haben, was passiert. Aber ich glaube, es wäre vielleicht noch ein Stück weit interessanter geworden, wenn wir gehört hätten, was denn jetzt die konkreten Pläne der Landesregierung sind, um aufbauend auf diesem Gutachten jetzt noch mehr ins Handeln zu kommen. Die Vorredner haben es gesagt: Es gibt nach wie vor wahnsinnig viel zu tun. Deutschland hinkt bei (Christopher Vogt) der Digitalisierung massiv hinterher und leider auch ganz erheblich im Bildungsbereich. Selbst Menschen aus der Ukraine, mit denen wir sprechen, wundern sich, wie schlecht wir hier davor sind. Das ist, wenn ich das so sagen darf, immer noch ein Stück weit eine Frage der Kultur. Wir haben unheimlich viele Hürden, die wir aufbauen, und zu wenig Flexibilität. Das muss sich dringend ändern. Frau Prien, wir haben neulich noch sehr leidenschaftlich über das Thema Umsetzung des DigitalPakts hier in Schleswig-Holstein gesprochen. Ich bleibe dabei, das ist alles andere als gut gelaufen. Ich glaube ehrlich gesagt, wir werden Silvester sehen, dass das eben nicht so gut wie alle Schulträger, wie Sie sagen, abgerechnet haben; wir sind da falsch rangegangen. Man hätte dort weniger Vorgaben machen müssen. Man hätte dort nachsteuern müssen. Schauen wir uns an, wie viele Anträge in diesem Jahr noch hineinkommen! Ich bin der Meinung, es sollte nicht so laufen, dass die Mittel im kommenden Jahr so freigegeben werden, dass nicht sichergestellt ist, dass alle Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein vom DigitalPakt, über den jahrelang gesprochen wurde, bei dem es jahrelang an der Umsetzung gehapert hat, profitieren. Das kann es am Ende nicht sein. Das geht so nicht. (Beifall FDP, SPD und SSW) Man wundert sich ja über erstaunliche Beispiele beim Thema Software. Ich kann verstehen, dass viele Lehrkräfte sagen, wir nutzen quasi alle zu Hause privat und seit vielen Jahren MS Word. Auf unseren Geräten ist das nicht drauf. Das sind solche Kleinigkeiten, die einfach nerven. Was das Thema Hardware angeht, so hatten wir über die Geräte des Landes neulich schon gesprochen, die vielerorts leider bei den Lehrkräften ungenutzt zu Hause liegen oder von ganzen Kollegien zurückgegeben wurden, weil sie sie in der Praxis nicht brauchen. Dass es noch nicht in allen Schulen wirklich flächendeckend WLAN gibt, sondern in vielen Gebäudeteilen instabiles oder gar kein WLAN, das geht so nicht. Da sind natürlich auch die Schulträger gefordert. Ein wichtiger Punkt, Frau Prien – aber auch darüber haben wir schon im Ausschuss umfangreich gesprochen – ist das Thema Informatikunterricht als Pflichtfach. Ich will noch einmal sehr deutlich sagen: Wir unterstützen das sehr; das ist dringend erforderlich.
