Jette Waldinger-Thiering
Sehr geehrte Landtagspräsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich beginne meine Rede damit zu sagen: Ich finde es großartig, dass berufliche Bildung wieder im Bildungsministerium ist. (Beifall SSW, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn das kein Erfolg ist! Ich finde das richtig gut. (Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Wenn sich dadurch irgendetwas verbessert, Frau Kollegin!) – Ich gehe davon aus, dass sich dadurch ganz viel verbessern wird. Wir wollen heute noch einmal über Jugendberufsagenturen sprechen. Es ist schon viel gesagt worden. Wir haben 2016 angefangen, Jugendberufsagenturen nach dem Vorbild eines Stadtstaats wie Hamburg einzuführen. Ja, ich gebe der SPD recht: Wir müssen diese Jugendberufsagenturen flächendeckend im Land Schleswig-Holstein haben. Und ja, wir können nicht die kommunalen Landesverbände mit den Schulträgern dazu verdonnern, eine Jugendberufsagentur einzuführen oder zu etablieren. Aber – Bernd Buchholz hat es gerade gesagt – wir haben viele junge Menschen, die beim Übergang von der Schule in den Beruf darauf warten, ihren Platz zu finden und ihren eigenen Lebensweg zu gestalten. Genau dort kommen die Jugendberufsagenturen ins Spiel, weil sie rechtskreisübergreifend gucken können, wie diesen jungen Menschen fallbezogen geholfen werden kann. Wenn wir durch das Land reisen, stellen wir fest, dass viele junge Menschen durch Mund-zu-MundPropaganda in ihren Familien oder bei ihren Cousins und Cousinen weitergegeben haben: Pass mal auf, geh da mal hin, da gibt es eine Jugendberufsagentur! Die können dir helfen, die hören dir zu, und die sagen nicht zu dir: „Wir haben einen großen Mangel im Pflegebereich, gehen Sie doch bitte in die Pflege! – Nein, die Jugendlichen werden dorthin vermittelt, wo sie ihren Fähigkeiten entsprechend gut aufgehoben sind. Das ist ganz, ganz wichtig, um zum einen die Lücken zu füllen, die wir auf dem Arbeitsmarkt haben, zum anderen, um jungen Menschen ein Ausbildungsangebot zu machen, damit sie eine erfüllende Arbeit finden, die sie vielleicht auch viele Jahre ausüben können. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den wir unbedingt weiterverfolgen müssen. Es gibt seit 2016 einige Kreise – die vier Kreise sind schon genannt worden –, die noch keine Jugendberufsagenturen haben. Es sollten diejenigen, die bereits eine haben, vorangehen, den Vorteil, den eine Jugendberufsagentur für einen Kreis und einen Schulträger bietet, herausfiltern und deutlich machen, dass man damit ganz große Erfolge erzielen kann. Ich muss Bernd Buchholz recht geben – ich glaube, das habe ich schon sehr häufig gesagt –: Wir haben ganz, ganz viele junge Menschen, die Rohdiamanten sind. Wir, die Unternehmen und die Ausbildungsstätten tun Gutes und Großartiges, sich genau dieser Rohdiamanten anzunehmen. (Beifall SSW und FDP) Denn – das ist so – Zeugnisse, Zahlen auf einem Papier, sagen nicht immer alles über einen Men- (Jette Waldinger-Thiering) schen aus. Für diese Rohdiamanten, von denen wir sprechen, gibt es auch Hilfen von der ARGE für Fortbildung, Hausaufgabenhilfe und so weiter. Es ist ganz wichtig, dass wir dort hinschauen und sagen: Euch geben wir auch eine Chance, um gewisse Dinge angerechnet zu bekommen! Insofern können wir dem Antrag der SPD-Fraktion zustimmen. In dem Antrag von Grün und Schwarz wird gesagt: Wir gucken einmal, vielleicht machen wir mal. – Wir hätten gern gewusst, dass Sie etwas machen wollen. Insofern werden wir ihm, glaube ich – – (Zuruf Lars Harms [SSW]) – Genau, so machen wir das. (Heiterkeit – Zuruf: Gucken wir mal! – Lars
