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Dr. Bernd Buchholz

FDP 15.12.2022 Sitzungen 20/14

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Habersaat, uns eint das Ziel. Das ist schon einmal etwas Gutes. Uns eint das Ziel, dass es in Schleswig-Holstein nicht passieren darf, dass in der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf junge Leute einfach durch einen Rost fallen und nicht mehr sichtbar werden. Es darf nicht passieren, dass man nicht weiß, in welchem Ausbildungsbereich sie sich tatsächlich bewegen oder ob sie gänzlich weg vom Radarschirm sind. Deshalb haben wir auch in der letzten Legislaturperiode viel dafür getan, den Ausbau von Jugendberufsagenturen voranzutreiben. Das ist passiert. Die letzte Jugendberufsagentur hat im Sommer dieses Jahres in Flensburg neu eröffnet; dafür war ich noch fast zuständig. Im letzten Jahr im Herbst habe ich von dieser Stelle – – (Lars Harms [SSW]: Fast!) – Ja, fast. Es war ja mehr so: Da war ich im Übergang zur Opposition. Aber die entsprechende Jugendberufsagentur ist gegründet worden. (Heiterkeit – Lars Harms [SSW]: Hat kaum einer gemerkt!) – Hat kaum einer gemerkt? – Also, ich schon. (Heiterkeit – Zuruf: Kein Dienstwagen mehr!) – Ich darf jetzt deutlich mehr reden hier. Das ist aber auch gut so. (Tim Brockmann [CDU]: Und nur noch fünf Minuten!) – Jetzt nur noch fünf Minuten. – Aber deshalb, Herr Kollege Habersaat, ist Ihr Antrag einfach ein bisschen komisch, weil er so tut, als ob sich da nichts getan hätte. In Wahrheit gibt es in Schleswig-Holstein nur noch vier Kreise, in denen es keine Jugendberufsagenturen – und zwar keine formalen Jugendberufsagenturen – gibt. Dazu gehört übrigens Ihr Heimatkreis. (Tim Brockmann [CDU]: Nein!) – Wer hätte das gedacht? Vielleicht sollten Sie Ihren Einfluss da einmal geltend machen. (Unruhe) In diesem Heimatkreis, dem wir beide angehören – Stormarn –, gibt es aber sehr wohl eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Trägern dieser rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit, die in Fachkonferenzen erörtern, was da passiert. Das Bild, das Sie an die Wand malen, dass die 2.800 Menschen, die da ohne Schulabschluss rausgehen, nun alle überhaupt nicht in den Blick genommen würden, ist einfach falsch. Denn auch in Rendsburg-Eckernförde, auch in Steinburg und auch in Ostholstein wird in bestimmten Konferenzen und in Fachtagungen, die sich nicht Jugendberufsagenturen nennen, sehr wohl genau darüber gesprochen. Die rein formale Bündelung unter „Jugendberufsagentur“ löst das Problem an der Stelle ja nicht. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Dr. Heiner Garg [FDP]) Meine Damen und Herren, es geht mir schon darum, dass man jetzt nicht wie Sie par ordre du mufti auch noch den kommunalen Landesverbänden, dem Kreis Stormarn vorschreibt, wie er sich aufzustellen hat. Warum sollen die jetzt dafür zuständig sein? – Mit Verlaub, das verstehe ich irgendwie alles nicht. Das muss auch nicht so sein. Es ist durchaus richtig, dass die schon vor geraumer Zeit angeleierte Fachtagung, die das SHIBB zu diesem Thema mit durchführen soll, stattfindet. Ich setze immer noch darauf, dass Überzeugung auch bei den letzten drei, vier Kreisen dazu beitragen kann, dass man sagt: Können wir diese Zusammenarbeit nicht noch etwas intensivieren? Können wir diese Zusammenarbeit nicht auf neue Füße stellen? Deshalb, Kollege Knöfler: In Wahrheit ist euer Antrag dünn, aber er ist zustimmungsfähig. An der Stelle geht jetzt nichts kaputt. (Heiterkeit und Beifall FDP, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Hauke (Dr. Bernd Buchholz)

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