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Cornelia Schmachtenberg

CDU 14.12.2022 Sitzungen 20/13

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Abgeordnete! Sehr geehrte Gäste! Nach aktuellen Zahlen ist die mittlere globale Oberflächentemperatur im Zeitraum von 1880 bis 2020 um mehr als 1,2 Grad Celsius gestiegen. Diese Erderwärmung verlangt neben Strategien zur Reduzierung und Vermeidung von Treibhausgasemissionen auch Anpassungsstrategien und -maßnahmen an den Klimawandel, denn selbst wenn wir schnellstmöglich klimaneutral werden und alles dafür tun, gibt es bereits jetzt unvermeidliche Auswirkungen des Klimawandels, die wir zum Teil jetzt schon spüren, die wir aber auch spüren werden. Das ist vor allen Dingen für uns als Land zwischen den Meeren wirklich eine Herausforderung. Denn was wird kommen? – In der Landwirtschaft geht man davon aus, dass es längere Dürreperioden und eine Verschiebung von Niederschlägen gibt. Neue Schädlinge werden auftreten oder sich anders ausbreiten. Starkregenereignisse werden vermehrt auftreten, Vegetationsperioden werden sich zum Teil verlängern, aber auch verschieben. All das hat natürlich Einfluss auf unsere Erträge und die Nahrungsmittelversorgung. In der Forstwirtschaft ist es so, dass wir jetzt schon aufgrund von längeren Trockenphasen in den Sommern häufiger Waldbrandgefahr haben. Wir haben am Fichtensterben deutschlandweit gesehen, was ein Schädling aufgrund des Klimawandels in unseren Wäldern anrichten kann. Im Bereich der Gewässer geht man von mehr Überschwemmungen, von einer Zunahme von Algen- und Bakterienblüten oder auch einer Zunahme von Insekten aus, die nicht ganz ungefährlich sind für den Menschen. Auch wenn der Tourismus beispielsweise hier in Schleswig-Holstein aufgrund des Klimawandels von steigenden Besucherzahlen ausgeht, wird es zu mehr Hitzetagen kommen. Wir haben es schon gehört: Die Zahl der Hitzetoten ist gestiegen. Es wird (Cornelia Schmachtenberg) auch die teilweise Überschwemmung von Stränden und Ähnliches auf uns zukommen. Schlussendlich, und dafür müssen wir gewappnet sein, wird der Meeresspiegel weiter ansteigen, und das wird, wir haben es schon gehört, insbesondere für die Küstenregionen, unsere Häfen und all die Niederungsgebiete, die wir in unserem Land haben, wirklich herausfordernd sein. Genau dafür müssen wir gewappnet sein. Natürlich muss man sagen: Wir haben schon einiges gemacht. So wurde auf Bundesebene bereits 2008 ein Papier zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Es gibt auf europäischer Ebene Strategien. Es gibt einen Klimalotsen, der Kommunen bei der Anpassung an den Klimawandel berät. Auch in diesem Land ist schon wahnsinnig viel passiert. Wir haben zum Beispiel den Fahrplan zur Anpassung an den Klimawandel geschrieben. Wir haben auch den Generalplan Küstenschutz, der bereits den ansteigenden Meeresspiegel berücksichtigt, und wir haben beispielsweise den Bau von Klimadeichen verabschiedet. Wichtig ist, und darauf kommt es jetzt an, dass all diese Maßnahmen und Ideen auf unterschiedlichen Ebenen in einer Strategie gebündelt werden und dass der aktuelle Fahrplan ergänzt und gemeinsam weitergedacht wird. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Uns ist dabei besonders wichtig, dass man an einem Strang zieht und dass man gemeinsam über alle Fachbereiche hinweg überlegt, was man tun kann, angefangen von der Entwicklung von Schwammstädten oder Hitzeplänen über die Reduktion der Flächeninanspruchnahme und damit die Reduzierung der Versiegelung bis hin zu der Entwässerung oder den Bau von Deichen. Hier müssen wir ressortübergreifend denken und alle bisherigen Strategien mitdenken. Ziel ist, die klimabedingten Risiken für unser Land zu verringern. Dabei müssen wir systemisch vorgehen. Auch hier im Land gibt es regionale Unterschiede. Es gibt nicht nur weltweit Unterschiede dabei, wie sich der Klimawandel auswirkt, sondern auch hier im Land gibt es Unterschiede, und darauf müssen wir vorbereitet werden. Natürlich wollen wir auch die Kosten und die Folgekosten des Klimawandels berücksichtigen, aber wir brauchen hier das Rad nicht neu zu erfinden, sondern es gibt bereits zahlreiche Studien, die zeigen, was der Klimawandel kostet. Es gibt Veröffentlichungen. Sie haben eben schon erwähnt, welche Studien es gibt. Sie haben WP) - 13. Sitzung (neu) - Mittwoch, 14. Dezember 2022 schon erwähnt, was das hier in Schleswig-Holstein alles kostet. Deswegen sagen wir ganz deutlich: Geben wir das Geld nicht dafür aus, neue Studien in die Wege zu leiten, Bürokratie aufzubauen und Leute lange damit zu beschäftigen, Kosten zu errechnen von Ergebnissen, die wir sowieso schon kennen.

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