landtag.ltsh.de ↗

Lars Harms

SSW 24.11.2022 Sitzungen 20/11

Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Ich glaube, zuallererst ist einmal wichtig festzustellen, dass wir alle im Landtag dahinterstehen, dass wir Northvolt hierher bekommen wollen. (Beifall ganzes Haus) Dass Northvolt dazu beitragen kann, dass wir eine Industrieregion werden können, ist klar. Im Vergleich zu anderen Regionen sind wir das nämlich bisher noch nicht. (Beifall Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Meine Damen und Herren, ich finde die Diskussion darüber, wir oder die USA, ist eigentlich eine falsche Diskussion. Ich selber bin ein Anhänger von Freihandelsverträgen, weil ich glaube, dass man mit westlichen Staaten immer in irgendeiner Art und Weise auskommen kann. (Vereinzelter Beifall CDU) Aber das ist eigentlich gar nicht das Problem. Ich bin fest davon überzeugt, dass Northvolt, egal was passiert, sich natürlich in den USA ansiedeln und dort natürlich auch die Automobilindustrie beliefern wird. Die Frage ist doch, wo sie sich in Europa ansiedeln. Europa ist die Konkurrenz und nicht unbedingt die USA. Da sollte man den Blick vielleicht ein bisschen schärfen. Auch andere Regionen werden sich um diesen Standort bemühen. Da stellt sich die Frage: Wie bekommen wir es hin, dass wir der bessere Standort sind? Der bessere Standort sind wir nur dann, wenn wir erstens günstigen Strom anbieten. Dazu ist die Idee der Direktanschluss an einen Offshore-Windpark; und es ist richtig so, das wirklich außerhalb des normalen Systems zu fahren. Der zweite Punkt ist: Wir brauchen Infrastruktur, damit diejenigen, die sich dort ansiedeln, ihre Produkte loswerden können. Das heißt, schnell die Bahnanbindung zu verbessern und die Straßenanbindungen zu verbessern. Wir haben gestern dazu eine Debatte gehabt. Ich sage es immer wieder – schönen Gruß an Hans-Jörn Arp! –, Wir brauchen die A 20 auch für Northvolt, meine Damen und Herren! (Beifall SSW, FDP und vereinzelt CDU) Meine Damen und Herren, wir müssen natürlich auch die entsprechenden Planungsgrundlagen als Land Schleswig-Holstein begleiten. Selbstverständlich muss alles, was in der Vorbereitung der Standorte notwendig ist, bereitgestellt werden. Da kommen wir als Land ins Spiel, da kommt die Landesregierung ins Spiel, und da geht es darum, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, damit es nicht mehr so schwierig ist und ein solch riesiges Unternehmen nicht lange warten muss, bis es loslegen kann. Denn wir dürfen nicht davor die Augen verschließen, dass das Unternehmen völlig eigenständige Interessen verfolgt. Ihm ist es erst einmal wurscht, wo es sich ansiedelt. Das Unternehmen siedelt sich dort an, wo es für das Unternehmen den größten Gewinn gibt. Das ist es, was die Menschen in den Vorständen bewegt. (Beifall Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Wenn wir es nicht hinbekommen, schneller und günstiger als andere zu sein und eine bessere Anbindung als andere zu haben, dann bekommen wir Probleme. Das ist die Aufgabe, vor der wir stehen. Mit einem gemeinsamen Beschluss – ich hätte auch kein Problem damit, einen gemeinsamen Beschluss zu allen Anträgen zu fassen – dieses Hauses zeigen wir, wir alle wollen Northvolt, und wir wollen auch, dass unsere Landesregierung sämtliche Maßnahmen ergreift, damit sie es hier gut haben und die Ansiedlung schnell vonstattengehen kann, damit senden wir das richtige Signal aus. – Vielen Dank. (Beifall SSW, FDP, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Beifall Peter Lehnert [CDU])

Alle Reden von Lars Harms Protokoll ↗