Werner Kalinka
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Tafeln verdienen unsere volle Unterstützung. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie leisten seit Langem eine hervorragende, leider unverzichtbare Arbeit. Viele Menschen mit kleinerem Einkommen nutzen die Angebote der Tafeln, um Lebensmittel zu bekommen, übrigens auch immer mehr ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir haben in den letzten zwei bis drei Jahren durch Corona eine schwierige Zeit gehabt, wir haben die Energiekrise, und auch die Inflation und die Lebensmittelpreise belasten unsere Tafeln; inzwischen ist die Lage noch ernster geworden. Es geht nicht nur um Lebensmittel, die im Regelfall durch Spenden eingeworben werden, auch die Transport- und Energiekosten nehmen zu, die Zahl der Unterstützung Suchenden wird immer größer, die Zahl der Helferinnen und Helfer aber häufig nicht. So ist die Situation. Umso wichtiger ist unsere Aussage: Wir sprechen uns dafür aus, die Tafeln zu unterstützen. Materielle Armut führt nicht selten zu Einsamkeit und anderen Folgen. Die Tafeln sind zwar eine Ausgabestelle, sie sind häufig aber auch der Ort des Gesprächs, an dem man sich austauschen und Sorgen teilen kann. Auch deshalb ist unser Bekenntnis zu den Tafeln wichtig. In der letzten Zeit haben wir gelegentlich die Frage gehört, ob eine Erhöhung der Tafelförderung wirklich nötig sei, ob es nicht sinnvoller sei, die sozialen Regelsätze zu erhöhen. Eine solche Aussage geht an der Sache vorbei. Natürlich sind Lebensmitteltafeln nur eine ergänzende Unterstützung. Natürlich wäre es wünschenswert, dass wir möglichst auskömmliche Regelsätze haben. Aber wie schwierig die Frage der Höhe ist, haben wir schon gestern beim Thema Bürgergeld erörtert; eine zehnprozentige Erhöhung würde aktuell gerade die Inflation ausgleichen; das ist die Wahrheit. (Lukas Kilian [CDU]: So sieht es aus!) Die reale Lage erfordert Handeln. Ich habe in den letzten Tagen gelesen, dass die Tafeln in Thüringen an das Land appellieren, sie zu unterstützen. Einer solchen Ansprache an uns bedarf es nicht, weil wir selbst wissen, dass Hilfe notwendig ist. (Beifall CDU) Deswegen haben sehr schnell, nachdem die neue Regierung ihre Arbeit aufgenommen hat, ein Sofortprogramm mit 500.000 Euro auf den Weg gebracht, vor allen Dingen für ukrainischen Flüchtlinge, aber nicht nur für sie, denn es wird ja nicht aufgeteilt, und das ist auch gut so. Soziale Hilfe dient dem sozialen Frieden. Deswegen ist es wichtig, auch zu dem Bereich der Tafeln hier etwas zu sagen. Ich will gern einen abschließenden Satz hinzusetzen: Mir war es wichtig, dass wir heute – Ende September und damit vor dem Winter – dieses zum Ausdruck bringen, weil die nächste Sitzung erst Ende November gewesen wäre, (Werner Kalinka) und das wäre mir zu spät. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
