Oliver Kumbartzky
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Göttsch hat eben Niedersachsen erwähnt. Apropos Niedersachsen, wenn ich mal einen Wunsch an die SPD äußern darf: Ich würde mir von Ihnen mehr Olaf Lies wünschen und weniger NABU-Sprech von Ihnen, Frau Redmann. (Beifall FDP und vereinzelt CDU – Zuruf Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Meine Damen und Herren, die Wölfe breiten sich unkontrolliert in Deutschland aus, und selbst im waldarmen Schleswig-Holstein gibt es nun zwei residente Paare. Schon heute leiden viele Weidetierhalter unter den Wölfen, und die Herdenschutzmaßnahmen nach den staatlichen Empfehlungen sind oft wirkungslos und führen zu unverhältnismäßigen Aufwendungen und Nachteilen. Ich sage es ganz klar und deutlich: Wir dürfen bei der Ausweitung des Wolfs nicht tatenlos zusehen. Wir brauchen dringend gesetzliche Vorgaben für bestandsregulierende Maßnahmen, und ja, damit meine ich den Abschuss. Wir brauchen wolfsfreie Zonen an den Küsten. Es wird daher Zeit, dass das sogenannte Wolfsmanagement zu einem Bestandsmanagement weiterentwickelt wird. (Beifall FDP) Ich bleibe dabei: Die Zeit für romantisierende Märchenstunden ist vorbei. Es reicht nicht, einfach Fotos oder Wolfslosung zu sammeln. Es muss in ein Bestandsmanagement übergehen. Der erste Schritt dazu ist die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht. Ich begrüße wirklich ausdrücklich, dass diese alte FDP-Forderung jetzt Einzug in den Koalitionsvertrag von CDU und Grünen gefunden hat. Und ja, es wird auch im 100-Tage-Programm erwähnt. Ich finde es einigermaßen peinlich, dass immer noch kein Entwurf vorliegt. Man hätte es ja in die Verordnung schreiben können, ein Gesetzentwurf hätte auch schon vorliegen können. Vielleicht kommt er ja gleich, vielleicht kommt auch gleich der große Aha-Moment. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Sie das Thema hier auf die Tagesordnung gesetzt haben, weil Sie natürlich auch genervt sind von der Untätigkeit der Landesregierung. Ich finde es gut, dass das Thema hier auf die Tagesordnung gesetzt worden ist. (Beifall FDP) Aber, Herr Göttsch, Sie wissen genauso wie ich, dass die pure Aufnahme ins Jagdrecht natürlich nicht die Lösung ist, und Ihre Argumentation bezog (Oliver Kumbartzky) sich auch mehr auf Verkehrssicherheit. Ich bin ja mal gespannt, ob gleich wirklich Werner Schwarz redet und nicht doch der Verkehrsminister. Wir laden Sie ein – mal wieder laden wir Sie ein –, mit einem Alternativantrag ein wirklich wirksames Wolfsmanagement auf den Weg zu bringen, denn der Schutzstatus muss geändert werden. Der günstige Erhaltungszustand, meine Damen und Herren, ist doch längst erreicht, und ich freue mich wirklich sehr, dass die CDU-Bundestagsfraktion das auch erkannt hat, zufällig kurz vor der NiedersachsenWahl. Das ist nämlich genau der Grund der CDUBundestagsfraktion: Kurz vor der NiedersachsenWahl wird ein Antrag eingereicht, der fordert, den Schutzstatus zu ändern und den Wolf von Anhang IV in Anhang V zu überführen. – Herr Göttsch!
