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Cornelia Schmachtenberg

CDU 28.09.2022 Sitzungen 20/7

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Corona hatte auf uns alle und auf alle gesellschaftlichen Bereiche Einfluss gehabt. Menschen mussten zu Hause bleiben, Geschäfte und Bildungseinrichtungen wurden geschlossen, Reisen abgesagt. Doch nicht nur auf unser Leben hatten Corona und der Lockdown Einfluss, sondern auch auf die Natur. So gab es in den Medien weltweit zahlreiche Beiträge über ungewöhnliche Begegnungen mit Wildtieren. Dabei zeigten sich nicht nur mehr Tiere als sonst – gerade in Ballungsgebieten –, sondern es gab auch wirkliche Überraschungen. Beispielsweise wurden Pumas in Chile in Santiago gesichtet. Es gab wieder Delfine in Häfen, die sonst super belebt waren. Dadurch dass die Bürgerinnen und Bürger sich zurückgezogen haben, kamen die Tiere wieder. Es gab also durchaus viele positive Einflüsse auf die Natur in Zeiten des Lockdowns, sowohl in Schleswig-Holstein als auch weltweit. Gleichzeitig war in einer Zeit, in der alles geschlossen war und - Mittwoch, 28. September 2022 397 die Menschen isoliert waren, das Bedürfnis nach Natur und nach Naturerlebnis unglaublich groß, denn die Natur war immer offen und immer erreichbar. Dort konnte man sogar noch andere Menschen treffen, was zeitweise in geschlossenen Räumen nicht der Fall war. Daher war der Drang, Landschaften zu erleben, in der Natur spazieren zu gehen, zu joggen, zu wandern, Fahrrad zu fahren, verständlicherweise unglaublich groß. Natur zu erleben und zu genießen, ist etwas Wunderbares. Dazu gehört gleichzeitig aber auch, dass man Natur respektiert und aufeinander Rücksicht nimmt. Das war jedoch insbesondere in der Nähe von Ballungszentren und attraktiven Schutzgebieten durchaus eine Herausforderung. Sonst ruhige Wälder und Landschaften waren plötzlich nicht mehr ganz so ruhig. Wo anderenorts die Natur aufatmete, wurde hier die Natur durchaus strapaziert. Zum einen, weil einfach mehr Menschen unterwegs waren, zum anderen, weil häufiger Menschen und Hunde außerhalb der Wege gingen und querfeldein liefen. Vor allem für Boden- und Heckenbrüter sowie für Jungtiere und die Vegetation können querfeldein laufende Menschen und Hunde mancherorts durchaus zu einem Problem werden. Dazu kommen Müll, Schietbüdel oder Vandalismus. Als Koalition ist es uns außerordentlich wichtig, dass Menschen ihre Freizeit wirklich frei und selbstbestimmt in der Natur verbringen dürfen. Wir wollen Natur für alle erlebbar machen, aber gleichzeitig wollen wir sie auch schützen. Aus diesem Grund wollen wir die ehrenamtliche Arbeit vor Ort in den Naturschutzgebieten durch hauptamtliche Kräfte – durch Ranger – noch besser unterstützen. Beispielsweise bei der Unterstützung von Pflegemaßnahmen, der Koordination von Ehrenamtlichen und Freiwilligendienstleistenden, bei der Besucherlenkung oder Bildungsarbeit. Wenn Menschen die Natur nähergebracht wird, wenn sie aufgeklärt werden, verstehen sie die Natur besser und schützen sie. Wenn Menschen wissen, dass beispielsweise gerade Brut- und Setzzeit ist und geschützte Arten durch querfeldein laufende Personen oder freilaufende Hunde massiv gestört werden, passen sie einfach besser auf. Ergänzend dazu wollen wir als Koalition auch das Wegegebot evaluieren und prüfen, wie wir auch im Wald Pflanzen und Tiere besser schützen können. Denn überall soll mit der Natur respektvoll und im Einvernehmen umgegangen werden. (Cornelia Schmachtenberg) (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen und sich an Regeln halten, steht der Freizeit in der Natur und dem Naturerleben bei gleichzeitiger Erholung von Tieren und Pflanzen in ihren Habitaten nichts mehr im Wege. Genau das ist unser Ziel. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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