Andreas Heinz
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir sind wieder bei der Frage Wald vor Wild. Wir haben uns entschieden, dem Wald als dem langfristig zu entwickelnden Schutzgut eine höhere Priorität einzuräumen als Wildbeständen, die sich kurzfristig und deutlich schneller erholen als der Wald als solcher. Insofern kann ich nur jedem empfehlen, einmal zum Waldbesitzer seines Vertrauens zu gehen, ihm vielleicht 50 Meter Wildzaun zu sponsern und zu sagen, zäune mal eine Fläche ein, wo kein Reh oder kein Wild hinkann. Nach einem oder zwei Jahren wird man ganz deutlich einen signifikanten Unterschied zwischen der Stelle sehen, wo innerhalb dieses Zaunes kein Tier hinkann, das Pflanzen verbeißt, und außerhalb. Demzufolge ist es absolut richtig, dass Sachsenforst versucht, den Waldumbau, den wir seit Anfang der Neunzigerjahre aktiv und auch erfolgreich betreiben, über die Regulierung von Wildbeständen voranzutreiben, idealerweise, wenn es denn gelänge, auf Drückjagden nach Weihnachten zu verzichten. Das ist sicherlich ein edles Ziel, dem ich nicht widersprechen möchte. Aber aktuell haben wir es noch nicht geschafft, die Wildbestände so zurückzudrängen, dass man auf dieses von Wildbiologen empfohlene, aber von der Wissenschaft umstrittene Ziel zurückgehen kann. Zu dem Ausrufen von Notzeiten in Brandenburg muss man wissen: Anfang vorigen Jahres gab es, beginnend von Berlin aufwärts in Richtung Ostsee, einen Eisregen, der die Landschaft von Berlin aus – wer in Berlin zur Grünen Woche war und dort versucht hat, zu Veranstaltungsorten zu kommen und gesehen hat, wie die Streupflichten funktioniert haben, Einsatz von Streusalzverboten usw. – mit einem 1,5 Zentimeter starken Eispanzer versiegelt hat. Dort war es absolut notwendig, diese Notzeiten auszurufen und das Wild in Ruhe zu lassen, weil es keine Chance hatte, mit seinen Hufen irgendetwas freizuschaben. Das war aber bei uns in der Gegend absolut nicht der Fall. Wir setzen nach wie vor darauf, dass das die Verantwortlichen vor Ort in eigener Entscheidungskompetenz und verantwortungsbewusst entscheiden können. In diesem Sinne bitte ich darum, der Petition so zuzustimmen, wie es der Petitionsausschuss empfohlen hat. Danke schön. (Beifall CDU und Staatsregierung)
