Ulf Günter Lange
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Bei der Novellierung des Landesjagdgesetzes geht es um eines: Wie gehen wir vernünftig mit dem Wolf um? Fakt ist: Wir können den Wolf schützen. Aber wir dürfen dabei die Menschen nicht vergessen, die von ihrer Tierhaltung leben, und wir dürfen die Sorgen der Menschen im ländlichen Raum nicht einfach vom Tisch wischen. Sachsen kennt das Thema Wolf wie kaum ein anderes Bundesland. Deshalb wissen wir, wo es Probleme gibt: gerissene Schafe und Ziegen, wirtschaftliche Schäden und vor allem die zunehmende Unsicherheit bei den Weidetierhaltern. Das ist keine Wolfsdebatte aus dem Lehrbuch, sondern Alltag für viele Menschen auf dem Land. Deshalb sagen wir: Der Wolf gehört ins Jagdrecht, aber der günstige Erhaltungszustand muss gesichert bleiben. Der Entschließungsantrag nennt dafür drei Punkte. Erstens, wir brauchen ein vernünftiges Wolfsmonitoring. Bevor wir über Abschusszahlen reden, sollten wir schon wissen, wie viele Wölfe es eigentlich gibt und wohin sich der Bestand entwickelt. Wir brauchen daher belastbare Angaben über die Entwicklung der Population. Darauf müssen sich Managementpläne und mögliche Abschusszahlen stützen. Selbstverständlich muss das mit den Vorgaben der europäischen FFH-Richtlinie vereinbar sein. Zweitens, zum Wolfsmanagement gehört auch ein zumutbarer Herdenschutz. Zumutbar muss wirklich zumutbar heißen: praxistauglich, verständlich und rechtssicher. (Beifall BSW) Den Schäfern Herdenschutz vorzuschreiben und sie dann mit den Kosten und einem Berg an Bürokratie alleinzulassen, ist unredlich. Deshalb müssen die Regelungen gemeinsam mit den Berufsverbänden, den Weidetierhaltern, den Jagd- und Naturschutzverbänden sowie den Kommunen entwickelt werden. Erfahrungen aus der Praxis sind dabei elementar. Wenn nur Theoretiker und Ideologen am Tisch sitzen, wird es Mist. Drittens, wer Herdenschutz verlangt, muss ihn auch finanzieren. Die bestehende Förderung muss erhalten bleiben, mit ausreichend Geld und ohne unnötigen Papierkrieg; denn am Ende geht es um etwas sehr Einfaches: Wir wollen einen Wolfsbestand, der geschützt ist. Wir wollen Weidetierhalter, die ihre Arbeit machen können. Wir wollen, dass die Menschen auf dem Land mit ihren Sorgen ernst genommen werden. Wenn die GRÜNEN sich fragen, warum sich die Koalitionsparteien andere Mehrheiten organisiert haben, dann hat das hauptsächlich mit den ideologischen Geschützen zu tun, die sie auffahren, statt sich an einer praktikablen ProWolf-/Pro-Tierhalter-Lösung zu beteiligen. Wir sehen, wer sich den wichtigen Dingen mit Pragmatismus nähert. Das sind wir vom BSW. (Beifall BSW – Zuruf Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Ihre Redezeit ist abgelaufen, Herr Kollege. Sie müssen bitte zum Schluss kommen.
