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Dr. Sven Eppinger

CDU 24.06.2026 Sitzungen 8/30

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich die Rede fortsetze, habe ich eine kurze Anmerkung an Kollegin Dietz: Wir als Sächsische Union sind selbst denkend. Wir leisten uns – abweichend von Berlin – auch eine eigene Meinung. (Katja Dietz, AfD: Sehr gut!) Zum Kollegen Löser: Schade, dass Sie unsere Presseerklärung nicht gelesen haben, sich jedoch trotzdem dazu äußern. Das kann man so oder so sehen. Wir haben dort auch ausgeführt, dass wir mit Frau Staatsministerin gesprochen haben. Und Frau Staatsministerin hat uns versprochen, dieses Anliegen nach Berlin zu tragen. (Zuruf Thomas Löser, BÜNDNISGRÜNE) Ich bin mir sicher, dass Frau Staatsministerin dazu noch etwas sagen wird. Also immer erst einmal lesen und dann reden, ist manchmal besser – auch für GRÜNE. Honorare kürzen, Budgets deckeln, Therapieansätze zentral zuweisen, Verfahren gleichschalten, Therapie durch digitale Anwendung ersetzen – das ist kein Reformprogramm. Es ist der Versuch, eine der letzten Versorgungsformen, die auf Zeit, Beziehung und individuelle Behandlung setzt, in eine Massenabfertigung zu verwandeln. Wir als Sächsische Union sagen: Betroffene sind keine Kostenfaktoren. Sie sind Menschen, die Hilfe benötigen. Sie verdienen eine Versorgung, die sich an ihrem Bedarf orientiert, nicht an dem Wunsch nach billigen Kennzahlen. Wie kommt es zu psychiatrischen oder psychischen Erkrankungen? Was können wir als Politiker tun? Drei Säulen für die Entstehung psychischer Erkrankungen: Es sind einmal eine genetische Veranlagung, eine familiäre Vorbelastung, Stoffwechselstörung im Gehirn, hormonelle Schwankungen oder neurologische Veränderungen. Es sind psychische Faktoren wie unzureichende Bewältigungsstrategien, pathologische Verhaltensmuster, vermindertes Selbstwertgefühl oder pathologische Verarbeitung früherer Erfahrungen. Es sind soziale Faktoren wie Umwelteinflüsse, akuter oder chronischer Stress, soziale Isolation, belastende Lebensereignisse, sozio-ökonomischer Druck. Die Zahl der psychischen Erkrankungen hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt. Im Jahr 2025 sind in Deutschland 17,8 Millionen Menschen von psychischen Erkrankungen betroffen gewesen. Eine Ursache ist sicherlich die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Man ist heute eher bereit, zu seinen Erkrankungen zu stehen und zum Arzt zu gehen. Das zieht die Statistik natürlich nach oben. Es ist jedoch auch der gesellschaftliche Stress mit Informationsüberflutung, mit Reizüberflutung, mit Leistungsdruck, der negative Einfluss von sozialen Medien und globale Krisen mit Pandemien, mit Kriegen in unserer geografischen Nähe, die besonders auf junge Menschen als Stressoren wirken. 20 bis 30 % der Menschen in Deutschland sind hypersensibel. Gerade diese Menschen sind für das Auftreten von psychischen Erkrankungen mehr gefährdet. Nun zu dem, was wir als Politiker tun können: Angst und insbesondere unbewältigte Ängste sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen. Jede politische Richtung nutzt Ängste für sich, ob begründet oder nicht. Sie alle kennen es: die Angst vor den Auswirkungen des Klimawandels, die Angst vor Corona und seinen Folgen, die Angst vor den Auswirkungen der illegalen Massenmigration, die Angst vor Gewalttaten, die Angst vor Wohlstandsverlust; die Reihe wäre fortsetzbar. Keine der hier vertretenen Parteien ist frei von diesem Spiel mit den Ängsten. Jeder sollte sich überlegen, ob das der richtige Weg ist. Bieten wir lieber Lösungen für Probleme, setzen wir lieber positive Zukunftsversionen. Das ist das, was die Menschen in unserem Land brauchen und was letztendlich die Demokratie stärkt. Danke. (Beifall CDU und Staatsregierung) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Schönen Dank. Für die CDU-Fraktion sprach Herr Kollege Dr. Eppinger. Für die AfD-Fraktion folgt Frau Schwietzer; bitte schön.

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