Iris Firmenich
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kollegen! Ich hatte gedacht, ich könnte auf eine zweite Runde verzichten, nachdem von den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen eigentlich alles gesagt wurde, was man zu diesem Thema an dieser Stelle sagen muss. Herr Kuhnert hat es jetzt aber geschafft, dass ich doch noch einmal an das Redepult trete. Zuerst möchte ich mich dagegen verwahren, dass man mir unterstellt, ich würde den Fall bagatellisieren. Ich habe die Fakten dargelegt, und das sind Fakten und keine alternativen Fakten, wie Sie sie darlegen. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNISGRÜNE und Staatsregierung) Dann versuchen Sie, es so darzustellen, als hätten wir in Sachsen an unseren Schulen ein strukturelles Problem. Das ist keinesfalls so. (Roberto Kuhnert, AfD: Das ist überall!) Wenn Sie über die Oberschule Innenstadt Görlitz sprechen, dann beziehen Sie sich auf einen sexualpädagogischen Workshop, der unter Beteiligung eines externen Sexualpädagogen durchgeführt wurde. Dazu muss man sagen: Das ist alles im Rahmen des Schulgesetzes gelaufen. (Zurufe Jörg Urban und Dr. Joachim Michael Keiler, AfD) Die Oberschule Innenstadt in Görlitz ist eine sogenannte PiT-Oberschule, was „Prävention im Team“ bedeutet. Dieses Projekt wurde dort sehr gewissenhaft vorbereitet. Bei der Vorbereitung des Workshops wurden die Eltern umfassend einbezogen. Es wurde transparent informiert und langfristig angekündigt. Des Weiteren wurden Elternabende angeboten. Alles, die Zielsetzung, der Ablauf sowie die methodisch-didaktische Gestaltung des Workshops, wurde transparent dargelegt. Auch das Prinzip der Freiwilligkeit der Teilnahme wurde eingehalten. Wenn jemand also aussteigen wollte, war ihm das jederzeit möglich. Außerdem waren Sozialarbeiter dabei, denn es ging darum, den Kindern wirklich klarzumachen, welche Gefahren aus dem Cyberraum auf Kinder und Jugendliche zukommen. (Heiko Gumprecht, AfD, steht am Mikrofon.) Dieser Film, den Sie meinten, wurde an dieser Schule in einer extra für Schulen bearbeiteten Fassung gezeigt. Ich glaube, das Thema Cybergrooming ist einfach zu ernst und zu gefährlich, als dass man den jungen Leuten diese Gefahren nicht wirklich zeigen und sie darauf hinweisen müsste. (Beifall Christin Melcher, BÜNDNISGRÜNE)
