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Lars Wurzler

BSW 13.05.2026 Sitzungen 8/29

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe kurz überlegt, ob ich meine Rede zu Protokoll gebe; denn ganz vieles von dem, was die Kollegin Frau Firmenich gerade gesagt hat, sage ich noch einmal, nur mit anderen Worten. Aber der Inhalt ist sehr ähnlich. Wir sprechen über einen Vorfall, der vor knapp sechs Wochen Teile der Republik, vor allem aber unseren Freistaat in Aufregung versetzte. Was wissen wir sicher? Es wurden Bilder mit eindeutig pornografischem Inhalt in einer sächsischen Oberschule gezeigt. Und nein, etwas Derartiges gehört, in welchem Zusammenhang auch immer, nicht in Schülerhände bzw. in die Schule. Dazu gibt es überhaupt keine Diskussion. Ob das Magazin, welches Bilder von sexuellen Handlungen und nackten Personen beinhaltete, versehentlich oder absichtlich unter den Materialien war, ist absolute Spekulation. Aus meiner Sicht halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass das zufällig war, aber ich bin kein Ermittler. Während des Vorfalls befand sich keine Lehrkraft im Raum. Einschränkend muss man aber sagen, dass es bei bestimmten Projekten durchaus der Fall sein kann, dass aus guten Gründen keine Lehrkraft im Raum ist; dies ist heute aber nicht das Thema. In diesem Falle wäre es gegebenenfalls erforderlich gewesen. Ja, der Schulleiter brach nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort das Projekt ab, informierte LaSuB und Kultus, und man kann feststellen, dass die hier gezeigte Reaktion richtig und angemessen war. Ja, das sächsische Kultusministerium untersucht diesen Vorfall und kehrt ihn nicht unter den Teppich. Er steht im engen Austausch mit der Schulleitung, um den Sachverhalt umfassend aufzuklären. Ja, die Lehrkräfte haben im Anschluss mit den betroffenen Schülern über den Vorfall gesprochen. Die Vertrauenslehrkraft hat ebenfalls Gespräche angeboten. Ja, die Projektwoche wurde von der Amadeu Antonio Stiftung vermittelt. Einen inhaltlichen Zusammenhang daraus abzuleiten, ist aus meiner Sicht nicht statthaft. Ja, sie wurde von der sozialistischen Jugendorganisation „Die Falken“ durchgeführt. Daraus einen inhaltlichen Zusammenhang abzuleiten, ist ebenfalls nicht statthaft. Ja, die Kursleiterinnen wurden nach dem Vorfall von ihren Aufgaben entbunden. Ja, es sind aufseiten der Schule im Vorfeld Fehler passiert. Ja, es hätte zwingend mehr geprüft und mehr kontrolliert werden müssen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Schulen aus diesem Beispiel für die Zukunft lernen. Ja, die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Verbreitens pornografischer Inhalte an Minderjährige. Aber: Nein, das, was passiert ist, ist kein strukturelles Problem. Nein, es ist kein Massenphänomen, sondern ein bedauerlicher, weder akzeptabler noch auf irgendeine denkbare Weise hinzunehmender Einzelfall. Ja, die Milch ist verschüttet, und nun gilt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das sollten wir Menschen überlassen, die umfassendes fachliches Verständnis von der Problemlage haben. Als Mittel zur Vermeidung derartiger Vorkommnisse gehören vor allem eine bessere Kommunikation und Kontrolle vor, während und nach solchen Projekten. Nein, es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das jemals wieder passiert. Um das zu minimieren, muss zum Beispiel eine noch bessere Prüfung und Begleitung von Projekten von externen Anbietern ins Visier genommen werden. Eine Sensibilisierung von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern könnte durchaus hilfreich sein. Vielen Dank. (Beifall BSW)

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