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Ulf Günter Lange

BSW 26.03.2026 Sitzungen 8/27

Die zweite Frage ist eine lange Frage, wobei von mir jede Frage eine Lange-Frage ist. Wie könnte eine Nährstoffbilanzierung ausgestaltet sein, die dazu beiträgt, die Nitratbelastung von Grund- und Oberflächengewässern zu reduzieren, Verursachergerechtigkeit herzustellen und zugleich bestehende Dokumentationspflichten zu ersetzen? Georg-Ludwig von Breitenbuch, Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft: Wir hatten solch eine Nährstoffbilanzierung: Der Landwirt hat eine Fruchtfolge. Aus der Fruchtfolge mit einer Ertragserwartung kann er im Vorfeld ausrechnen, wie viel Überschuss aus dieser Fruchtfolge kommt. Ich will an dieser Stelle deutlich sagen, dass auch der Boden einen Überschuss braucht. Es darf nicht passieren, dass der Überschuss für Stickstoff, Phosphor, Kali und alle anderen Mikronährstoffe in unseren Böden bei null ist. Das heißt, die Illusion, wir sind bei null – das will ich ganz deutlich sagen –, wäre für die Fruchtbarkeit unserer Böden eine Katastrophe. Wir haben uns irgendwann das Ziel 50 gesetzt. Dieses Ziel sollten wir jetzt stehen lassen, aber über die Gesamtfläche vereinfachen. Man nimmt den gesamten Betrieb in den Blick und schaut, welchen Düngereinkauf oder eigenen Dünger aus Tierhaltung – Mist und Gülle – er hat. Dementsprechend merkt man: Passt die Fläche und das, was er auf der Fläche macht, zu dem, was er düngen muss? Oder ist er dort ein Schweineigel und macht zu viel? Dann ist das aber relativ schnell zu finden. Der Gesamtbetrieb ist wieder in den Blick zu nehmen und zu einer Abrechnung zu bringen. Die ist, denke ich, simpel und für jeden darstellbar. Nicht nur ein akademischer Doktor in Agrarwissenschaften, sondern auch der normale Betriebsleiter mit einem Meisterabschluss bekommt das hin. Es ist unser Ziel, dass wir dort wieder hinkommen und dadurch in den Betrieben eine ganz andere Akzeptanz für diese Art von Nährstoffmanagement erlangen. Das mit den roten Gebieten ist ja völlig falsch aufgesetzt. Der eine hat es bekommen, der andere nicht. Warum ist die Straße die Grenze? Das alles sind Fragen, die sich die Bauern stellen. Deshalb war die Akzeptanz nicht vorhanden. Insofern werbe ich sehr für dieses vereinfachte System. Wie gesagt, wir haben dafür bei der Agrarministerkonferenz über alle hinweg eine Einstimmigkeit erreicht. Das war toll. (Beifall Andreas Nowak, CDU) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Es besteht die Möglichkeit für eine weitere Frage, denn die Zeit reicht noch. An Mikrofon 2 Herr Lange.

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