Norbert Mayer
Ich war irritiert wegen der Zeit. Ich möchte Ihnen ein zweites Beispiel nennen: Ich hatte damals einen guten Nachbarn. Mit diesem guten Nachbarn – er hatte zwei Töchter –, haben wir uns über Jahrzehnte hinweg sehr gut verstanden. Dann hat er einen Schwiegersohn bekommen. Diesem Schwiegersohn habe ich 1989 den Schlüssel für die Wohnung gegeben, damit er die Blumen gießt, während ich in den Urlaub gefahren bin. Dieser Mensch hat meine Blumen gegossen und dann hat er eine Skizze von meiner Wohnung angefertigt. Er hat meine Schränke durchsucht und aufgeschrieben, was er in den Schränken gefunden hat. Dann hat er geschaut, was ich lese, welche Zeitungen ich lese. Ich habe damals die Zeitung der Kommunistischen Partei von Kasachstan gelesen, weil sie in deutscher Sprache erschienen ist und ich wissen wollte, wie das unter Gorbatschow ablief. Mein Adressbuch hat er abgeschrieben. All das hat er der Staatssicherheit gemeldet. Er hat auch meinen Schlüssel der Staatssicherheit übergeben, damit sie einen Nachschlüssel fertigen können. Mit diesem Nachschlüssel haben sie eine andere Person geschickt, um zu prüfen, ob der Nachschlüssel auch passt. Das alles ist mir passiert. Wenn dieser Mensch – das wäre genauso ein Beispiel – hier sitzen und sagen würde, er sei Volksvertreter, wenn dieser Mensch sich wählen lassen und den Leuten erzählen würde, was für ein ganz toller Mensch er ist, dann hätte ich die Erwartung, dass er geprüft wird und dass festgestellt wird, was in den Akten über ihn steht, dass er dazu Stellung nehmen muss und dass die Menschen wissen, dass er diesen Verrat begangen und in Kauf genommen hat, dass der, den er verraten hat, Unrecht erleiden musste. Mehr dazu in der zweiten Runde. Vielen Dank. (Beifall AfD) Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Das war der Abg. Mayer von der AfD-Fraktion. Als Nächste ist die BSWFraktion an der Reihe. Herr Nico Rudolph; bitte schön.
