Henning Homann
Vielen Dank. Herr Staatsminister, kommen wir von dem großen Pfeiler sächsischer Industriepolitik, der Automobilindustrie, zum hoffentlich zukünftigen nächsten großen Pfeiler der sächsischen Industrielandschaft, der Mikroelektronik. Die Ansiedlung von ESMC kommt ja mit großen Schritten voran. Wir sehen, dass die Kräne sich drehen, und das ist gut. Können Sie einmal darstellen, da sich die Sache konkretisiert: Welche Chancen verbindet die Staatsregierung mit der Ansiedlung von ESMC und wie wollen Sie diese für Sachsen strategisch nutzbar machen? Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: Vielen Dank für die Frage. Das Thema Mikroelektronik ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Abgesehen von dem flackernden Licht hier oben – weil es so alt ist –, ist wahrscheinlich jedes Gerät, das wir in diesem Raum haben, auf Mikrochips angewiesen. Wenn wir die jetzt wegnehmen würden, dann würden wir völlig in der analogen Welt sitzen und könnten nicht mehr kommunizieren. Auch diese Mikrofonanlage würde nicht funktionieren. In vielen Endgeräten, die wir selbst nutzen, befinden sich Mikrochips aus Sachsen. Wir haben hier mittlerweile das fünftgrößte MikroelektronikCluster der Welt. (Henning Homann, SPD, gibt dem Staatsminister Zeichen mit den Armen.) Es wurde pantomimisch Dinge signalisiert, die ich leider nicht verstanden habe. (Zuruf Henning Homann, SPD) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Ich habe es irgendwie auch nicht verstanden. Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: Wunderbar, sie hat es auch nicht verstanden. Wie dem auch sei, wir üben noch mal in der Pantomime. – Das fünftgrößte Mikroelektronik-Cluster der Welt befindet sich mittlerweile in Dresden und Umgebung. Es ist das diversifizierteste Cluster der Welt. Wir haben dort viel Förderung hineinfließen lassen, das weiß ich. Wir haben aber auch gesehen, dass sich zum Beispiel der Mittelstand sehr gut entwickelt hat und dass mittlerweile Handwerksunternehmen zu Mittelständlern wurden, weil sie sich auf Dinge konzentriert haben, die im Mikroelektronikbereich gebraucht werden. Es gibt hier verschiedene Unternehmen. Die Zeit ist zu knapp, um das noch deutlicher auszuführen. Fakt ist: Das ist eine absolute Zukunftsindustrie. Die Fördermittel sind geflossen, aber die EU, der Bund und wir haben sichergestellt, dass wir davon direkt profitieren können. Wenn wir in der Zukunft Anwendungen in den Markt bringen wollen, dann können wir nicht nur Unternehmen, die schon hier sind, unterstützen. Diese Woche fand auch ein Parlamentarischer Abend der Mikroelektronikwirtschaft statt; dort wurden einige Punkte noch einmal deutlich hervorgehoben. Wir können auch größeren Unternehmen der Verteidigungsindustrie und anderen anbieten, hier direkt mit den Chips zu arbeiten und Dinge zu entwickeln. Das kann man sonst an keinem anderen Standort in Europa. Das müssen wir weiter ausbauen. Deshalb wollen wir auch im Bereich Ausbildungszentrum einiges tun und haben noch andere Ideen, wie wir das weiter festigen können. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Die Zeit ist um. Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: Man darf nicht stillstehen, sondern muss bei diesem Thema weiter voranschreiten und die Chancen nutzen. – Danke. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Möchte Herr Kollege Hohmann seine schlechten pantomimischen Fähigkeiten noch in eine Frage umwandeln? (Henning Homann, SPD: Ich möchte darauf verzichten!) Das möchte er nicht. Dann geht die Fragemöglichkeit weiter an die Fraktion BÜNDNISGRÜNE, und an Saalmikrofon 3 steht schon Herr Kollege Günther bereit. Bitte schön.
