Henning Homann
Vielen Dank, Herr Staatsminister, dass Sie sich hier der Fragerunde stellen. Auch ich habe eine mich interessierende Frage. Vorhin sind Sie schon darauf eingegangen, dass das Thema Automobilindustrie nach wie vor ein wichtiges Thema in diesem Land ist. Die Automobilindustrie soll nach unseren Vorstellungen ja ein weiterer großer industrieller Pfeiler der Wertschöpfung in Sachsen sein. Können Sie noch einmal darstellen, da Sie dafür auch Dinge bewegen, wie denn aus Ihrer Sicht der Transformationsprozess in den verschiedenen Regionen in Sachsen und in den Zulieferbetrieben in Sachsen läuft? Mit welchen Ansätzen begleitet die Staatsregierung diesen Wandel wirtschaftlich, beschäftigungspolitisch, insbesondere mit Blick auf die Zulieferindustrie und die regionale Wertschöpfung? Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: Okay, vielen Dank. Das muss ich ein bisschen unterteilen. Ich habe ja bereits über das Thema Automobilindustrie gesprochen. Wenn ich das aus einer Unternehmensperspektive sehe, was wir als Staatsregierung tun, dann sind wir mit den Herstellern im Gespräch. Wir haben vor allem drei große Hersteller, die in Sachsen ansässig sind. Das sind zwei Werke in Leipzig, BMW und Porsche, und das ist das VW-Werk in Mosel, was die großen Automobilproduzenten betrifft. Ich will das Motorenwerk in Chemnitz nicht vergessen, das eine große Perle in unserem industriellen Automobilbaubereich ist. Wir sind mit den Herstellern im Austausch. BMW macht uns momentan keine Sorgen. Es kann alles passieren, aber die haben im letzten Jahr ein Rekordjahr hingelegt. Die haben damals eine richtige Unternehmensentscheidung getroffen, als sie ihr Werk zwar auf E-Mobilität umgerüstet haben, aber alle drei Bereiche – Verbrenner, Hybrid und E – können dort gebaut werden. Die sind recht flexibel. Das führt zusätzlich zur Modellpolitik, zu dem Erfolg des Werkes. Bei Porsche sieht das anders aus. Dort war die Modellpolitik nicht so erfolgreich, um es freundlich zu umschreiben. Deshalb sind wir und vor allem das Werk intensiv im Gespräch, um sich für neue Perspektiven, neue Modelle aufzustellen. Wir müssen immer im Hinterkopf behalten: Porsche hat nur zwei Werke in der Welt, in Zuffenhausen und in Leipzig. Das heißt, sie sind völlig auf Export angewiesen. Freihandel in der Form gibt es nicht mehr. Die Zölle sind da. Das heißt, dort haben wir wirkliche Beschwernis. Was VW in Mosel angeht, haben wir eine Stabilisierung durch die Modelle, die etwas länger laufen können, und die Perspektiven, die gegeben wurden. Wir versuchen – damit komme ich jetzt zum Bereich der Zulieferer – zum einen auf Kreislaufwirtschaft als zweites Standbein zu setzen. Gleichzeitig versuchen wir den Herstellern in der Region zu helfen, indem sie diversifizieren können, sei es KI-Robotik oder Medizintechnik; das Innovationscluster hatte ich genannt. In der Raumfahrt haben wir Dinge vor, wie Sie vielleicht der Presse entnehmen konnten. Genauso versuchen wir auch in anderen Bereichen, den Unternehmen dabei zu helfen. Verteidigungsindustrie ist ebenso ein Stichwort. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Schönen Dank. Kollege Homann, eine weitere Frage? – An Mikrofon 3, bitte.
