Janina Pfau
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wollen wir jetzt wieder zur Realität zurückkommen! Ja, wir haben in Sachsen ein Problem mit Rechtsextremismus. Ja, dieses Problem zeigt sich zunehmend auch bei Kindern und Jugendlichen. Mittlerweile dürfte allen klar sein, dass Sachsen dagegen nicht immun ist, anders, als es Kurt Biedenkopf einmal behauptet hat. Wenn rechtsextreme Einstellungen wieder salonfähig werden, dann müssen wir handeln. Wir müssen uns aber auch ehrlich fragen: Woher kommt das alles? Der Rechtsextremismus ist in Sachsen kein neues Phänomen. Bereits Anfang der Neunzigerjahre gab es hier eine hohe Zahl an rechtsextremen Jugendlichen. Der Grund dafür ist bekannt. Die Jugendarbeit in der ehemaligen DDR war komplett zusammengebrochen und neue Strukturen existierten einfach noch nicht. (Zuruf AfD: Darum sind alle „rechtsradikal“!) In dieses Vakuum konnten rechte Akteure eindringen und ihre menschenverachtende Ideologie gezielt verbreiten. Die Antwort darauf war damals richtig. In Sachsen entstand ein vielfältiges, lebendiges und buntes Angebot an Jugendeinrichtungen. Ja, das Problem wurde damit kleiner. Auch wenn es heute leider immer noch Kolleginnen und Kollegen gibt in diesem Hohen Haus, die den Wert von Jugendarbeit infrage stellen, ist die Wissenschaft sehr eindeutig. (Unruhe) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Frau Kollegin Pfau, einen Augenblick, bitte. – Ich bitte um etwas Ruhe. Man kann die Rednerin kaum verstehen.
