Andreas Heinz
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klug wäre es, so eine Zukunftsfrage etwas wissenschaftsbasierter zu diskutieren und nicht – ich sage es einmal so – einige Halbwahrheiten durcheinander zu mischen, sodass mit den Informationen niemand so richtig etwas anfangen kann. Die Aufgabe, denke ich, ist klar: sichere, bezahlbare Lebensmittel bei idealerweise umfänglicher Ernährungssicherheit und möglichst wenig Umweltbelastung. Das wird nur mit Anwendung neuester Mittel, Methoden und Techniken gehen. Dazu gehört die Gentechnik. Bevor ich zur Gentechnik komme, vielleicht ein Wort dazu, wie Züchtung in herkömmlicher Art und Weise funktioniert, nämlich durch Auslese, durch Kreuzung – das hat man alles einmal in Biologie gehabt – und neuerdings auch klassische Mutagenese. Das heißt, dort wird versucht, Mutationen zu provozieren, und das kann man ganz einfach erklären: überall, wo Sie lesen, nehmen Sie sich in Acht, das könnte erbgutverändernd oder krebserregend sein. Genau diese Mittel werden in der Züchtung eingesetzt, um Mutationen zu provozieren. Das heißt, Strahlen jeglicher Art von Radioaktivität über Röntgen, diverse Chemikalien, Kälte, Hitzeschocks usw. Mit all diesen Mitteln und Methoden wird versucht, Mutationen zu provozieren, in der Hoffnung, dass dabei ein gewünschtes Produkt herauskommt. Bei der Gentechnik gibt es zwei Arten, auch das möchte ich kurz erwähnen. Es gibt zum einen die Transgenese. Das heißt, Gene werden von einer Art in eine andere transferiert. So gibt es jetzt wohl irgendwo in der Nacht leuchtende Fische, was die sonst nie gemacht haben. Oder auch im Zierpflanzenbau gibt es Blütenfarben, die auf natürliche Art und Weise nie zu erzeugen gewesen wären. Es gibt außerdem die sogenannte Cisgenese, bei welcher nur im Genpool der vorhandenen Pflanze sozusagen Veränderungen herbeigeführt werden. Das muss man einfach deutlicher darstellen. Das, worüber wir hier reden, die Erleichterungen bei der Kennzeichnungspflicht usw., beziehen sich alle auf die sogenannte Cisgenese. Das heißt, es wird versucht, im Genpool der Pflanze Gene zu blockieren oder anzuschalten, sozusagen mit sehr feinen Werkzeugen natürlich vorkommende Mutationen auszulösen. Das Interessante an der Sache ist, dass man an der fertigen Pflanze nicht mehr feststellen kann, ob das eine mit CRISPR-Cas9-ausgelöste Mutation oder eine natürlich vorkommende Mutation war. Das heißt im Klartext: Ich kann das nicht kontrollieren. Also ist es ganz einfach und praktikabel. Man gibt diese Technologie frei, und das wäre dann auch für unsere Landwirtschaft ein Standortvorteil, wenn derartige Züchtungsmethoden zur Verfügung stehen. Ansonsten kann man weitere molekularbiologische Verfahren, die in Medizin und Forschung durchaus ständig praktiziert werden und deren Produkte wir uns zum Teil direkt in die Blutbahn spritzen, auch auf Pflanzen anwenden. Noch ein Wort zur Transgenese: Hierbei halten wir die Kennzeichnung und die Nachverfolgbarkeit weiterhin für dringend geboten, damit das alles, ich sage einmal, ordentlich beobachtet wird, um die Gefahren, die mit dem Auskreuzen und dem Sich-Verselbstständigen im Raum stehen, rechtzeitig erkennen zu können. Noch ein Wort zum Patentschutz: Natürlich ist es klug, sich bestimmte Verfahren und Techniken patentieren lassen zu können. Was auch wir nicht wollen, ist, dass es auf natürlich vorkommende Pflanzen Patente gibt. Das kann so nicht sein. Ansonsten halten wir es dringend für notwendig, diese Technologie anzuwenden. Es wäre kein Standortnachteil, sondern eher ein Vorteil. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall CDU, Staatsregierung) Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Das war Kollege Heinz von der CDU-Fraktion. Wir setzen in der Aussprache mit der Fraktion AfD fort, und ich sehe Herrn Kollegen Dornau.
