Albrecht Pallas
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Miquel spielt Basketball in Baden-Württemberg, Raphi hier in Dresden, beide sind in der Jugend-Basketball-Bundesliga. Lennart hat dieses Jahr im Eisschnelllauf im Teamsprint Bronze bei der Junioren-WM in Italien geholt. Leonie kickt beim RB Leipzig als junge Spielerin in der Frauen-Regionalliga. Noah ist beim Football bei den Monarchs und Fynn hat einige Jahre im Nachwuchsleistungszentrum des HC Elbflorenz Handball gespielt. Fünf verschiedene Sportarten, eine Gemeinsamkeit: Sie haben alle im selben Fußballverein mit dem Sport begonnen. Ich habe mich gestern mit ihrem ehemaligen Trainer unterhalten. Er hat sie alle ausgebildet, als sie noch jünger waren. Er war bei jedem Talent traurig, dass es seinen Verein verlassen hat, aber er ist auch bei jedem Talent wahnsinnig stolz, dass es seinen Weg in eine andere Sportart gefunden hat. Für den Trainer ist es das größte Lob für den Fußballverein, dass die Jungs und das Mädchen offenbar so vielseitig sportlich ausgebildet worden sind, dass sie es in ganz verschiedenen Sportarten weit gebracht haben. Darum geht es auch im Sportland Sachsen: Ausbildung von Talenten, und zwar in vielen verschiedenen Sportarten, aus dem Breitensport in den Spitzensport, von ehrenamtlichen Trainern bis an die Stützpunkte, in einem guten Umfeld. Leider sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Die motorischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen, die in die Vereine kommen, sind auf einem alarmierenden Niveau. Die Vereinsquote, also der Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen, die in einem Sportverein organisiert sind, liegt teils 30 % unter dem anderer Bundesländer – und das, obwohl die Zahl der Mitglieder in den sächsischen Sportvereinen in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Zurzeit steht der Sport im Fokus der sächsischen Landespolitik; das ist auch gut so. Zunächst gab es auf dem Landessporttag des Landessportbunds eine sportliche Zeitenwende. Der frühere Vorsitzende Ulrich Franzen hat nach zwölf Jahren an Dr. Frank Pfeil übergeben. Noch einmal einen herzlichen Dank für die Arbeit und auch auf gute Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten! Am 12. November hatten wir den Sportgipfel des Ministerpräsidenten mit dem Innenminister. Bei diesem ging es vor allem um eine bessere Bezahlung für Trainerinnen und Trainer sowie um das Verfahren der sogenannten Sportmilliarde. Am 17. November fand das Fachforum Schulsport des Kultusministers statt. Dies war eine sehr begrüßenswerte Veranstaltung, bei der es darum ging, wie Schule und Sport besser zusammenarbeiten können und die Beweglichkeit der Kinder und Jugendlichen verbessert werden kann. Allein diese Veranstaltungen zeigten: Manche Themen hängen sehr von finanziellen Ressourcen ab. Für andere Baustellen können Lösungen gefunden werden, die nicht so sehr vom Haushalt abhängen. Und, meine Damen und Herren, die Haushaltslage ist bekanntermaßen schwierig und nicht nur für den Sport unübersichtlich. Gerade mit Blick auf Investitionsmittel für Sportanlagen gab es bei den Kommunen und Vereinen Unruhe. Ich persönlich kann den Ansatz, den wir im aktuellen Doppelhaushalt gefunden haben, nachvollziehen: der Verzicht auf einige investive Mittel, um gleichzeitig die strukturelle Finanzierung des sächsischen Sports auf sehr hohem Niveau fortzusetzen. Gleichzeitig wissen wir um den Zustand und die Bedarfe in vielen kommunalen und Vereinssportstätten in Sachsen. Darum war es wichtig, dass über das Sondervermögen des Bundes und den Sachsenfonds Sportinvestitionen finanziert werden können. Ich hoffe – auch für mehr Klarheit im Sport –, dass die Quoten und Verfahren des landeseigenen Sachsenfonds nun zügig geklärt werden. Auch die Sportmilliarde des Bundes wird helfen, wenn das Verfahren endlich klar ist. Für uns als SPD-Fraktion ist es gerade jetzt wichtig, dass wir mit dem Sport über die Herausforderungen im Sport sprechen und Lösungen insbesondere für solche Probleme finden, die im Rahmen der aktuellen Haushaltslage angegangen werden können. Als Fraktion hatten wir gestern in einer sehr schönen Veranstaltung zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter quer durch die sächsische Sportlandschaft zu Gast: vom Kampfsport bis zum Schwimmen, vom Breitenbis zum Leistungssport, Verbände, Schulleitungen, alles Mögliche. Gemeinsam wollten wir Stellschrauben finden, an denen wir drehen können, um den Sport in Sachsen voranzubringen: im Verein, in der Schule, im Ehrenamt. Zu welchen Ergebnissen wir gekommen sind, möchte ich gern in der zweiten Runde näher ausführen. Bis dahin bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall SPD und vereinzelt CDU – Beifall Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Pallas sprach für die SPD-Fraktion. Nun spricht für die CDUFraktion Kollege Rost. Bitte schön, Herr Kollege.
