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Jessica Steiner

CDU 30.10.2025 Sitzungen 8/21

Es ist wirklich schwer zu ertragen, was Sie hier vortragen, das muss ich sagen. Ich versuche es dennoch so sachlich wie möglich zu formulieren. Männliche Gewaltopfer sind häufig von anderen Gewaltarten betroffen, auch für sie gibt es Einrichtungen und Unterstützungsangebote. Männer werden oft vor die Tür gesetzt. Bei Vergewaltigungen und anderen sexualisierten Übergriffen zeigen die Opferraten jedoch, dass überwiegend Frauen betroffen sind. Das ist eine Frage der Verhältnisse – auch der Kräfteverhältnisse in persönlichen Auseinandersetzungen. Ich habe – anders als Sie – viele Gespräche mit Betroffenen geführt, ehrenamtlich und als Pflegekraft. Was Sie sagen, ist unsachlich: Sie teilen nicht nur Täter in gute und schlechte Täter ein, sondern auch die Opfer in gute und schlechte Opfer. Sie haben explizit darauf verwiesen, es habe einen hohen Anteil queerer Opfer gegeben. Damit Ihre Ablehnung zu begründen, ist absolut menschenverachtend. (Demonstrativer Beifall CDU, SPD, BÜNDNISGRÜNE, Die Linke und Staatsregierung) Ein Opfer von Gewalt – unabhängig von sexueller Orientierung oder politischer Haltung – hat unseren Schutz und unsere Solidarität verdient. Zu den Wartezeiten bei Psychologen: Es gibt Opferberatungsstellen – etwa den Weißen Ring –, die nach der Erstberatung umgehend Gutscheine für eine kostenlose anwaltliche Beratung und psychologische Erste Hilfe ausstellen. Dadurch gelangen Betroffene schneller in die Regelversorgung. Ihre Darstellung zeigt, dass wir mehr über Zugangswege in die Hilfesysteme aufklären müssen. Diese Möglichkeiten gibt es, sie sind aber zu wenig bekannt. Wenn Frauen spät realisieren, was ihnen passiert ist, haben sie immer weniger Möglichkeiten, den Täter zu belangen. Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Frau Steiner, Ihre Redezeit ist zu Ende.

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