Stefan Hartmann
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich nehme die 8 Sekunden. Der letzte Rede-Slot hat den Vorteil, dass man sich – zumindest in der ersten Runde – aufs Wesentliche konzentrieren kann. Ich versuche das. Das Wesentliche ist, dass wir heute über die Zukunft von 100 000 Menschen in Sachsen diskutieren. Über Familien, die nicht wissen, ob ihr Arbeitsplatz morgen noch existiert, über Regionen, die vom industriellen Kahlschlag bedroht sind. Die Zahlen sind dramatisch: 40 % der 50 000 Arbeitsplätze bei Zulieferern sind gefährdet. Bundesweit wurden in nur einem Jahr über 50 000 Stellen in der Industrie abgebaut. Dann kam die Chipkrise wie ein Brandbeschleuniger. Nexperia – ein niederländischer Chipzulieferer unter chinesischer Kontrolle – wurde von der niederländischen Regierung übernommen. Die Reaktion aus Peking folgte prompt: China stoppte die Ausfuhr von Nexperia-Chips für die Autoindustrie; der VDA warnt bereits vor erheblichen Produktionseinschränkungen oder sogar kompletten Produktionsstopps. VW konnte zwar kurzfristig durch Notbestände und Ersatzlieferanten reagieren, aber das ist keine nachhaltige Lösung. Die Chipkrise zeigt überdeutlich: Unsere Abhängigkeit von globalen Lieferketten ist eine Achillesferse der sächsischen Autoindustrie. (Mike Moncsek, AfD, steht am Mikrofon.) Diese Krise ist keine Naturkatastrophe, sie ist das Ergebnis einer schlecht umgesetzten Transformation.
