Henning Homann
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für uns als SPDFraktion hat die duale Ausbildung den gleichen Stellenwert wie ein Studium. Deshalb verfolgen wir seit vielen Jahren, dass insbesondere die Oberschulen in diesem Land aufgewertet werden. Wir tun das deshalb, weil wir der festen Überzeugung sind, dass jeder den gleichen Respekt und die gleiche Anerkennung verdient, egal, welchen Abschluss ein junger Mensch macht, egal, ob jemand einen Oberschulabschluss oder ein Abitur macht. Deshalb war es uns ein Herzensanliegen, als wir vor rund acht Jahren dafür gesorgt haben, dass in diesem Land Oberschullehrer endlich genauso bezahlt werden wie Gymnasiallehrer, weil die Arbeit dieser Lehrer genauso wichtig ist wie die der Gymnasiallehrer. (Zurufe AfD: Zum Führerschein! Es geht um den Führerschein!) Wir sind der Meinung, dass die Schüler an den Oberschulen den gleichen Respekt und die gleiche Unterstützung verdienen. (Beifall SPD) Die große Unterstützung dieser Koalition für die duale Ausbildung kommt dadurch zum Ausdruck, dass wir in den nächsten Jahren mit über 130 Millionen Euro die teuerste Schule in diesem Land bauen. Das ist kein Gymnasium, sondern eine Berufsschule hier in Dresden. (Heiko Gumprecht, AfD, und André Barth, AfD: Zum Thema!) Das zeigt auch, dass für uns die Ausbildung und die Auszubildenden in diesem Land einen hohen Stellenwert haben. (Zurufe AfD) Wir wollen mit diesem Haushalt auch weiterhin die überund außerbetriebliche Ausbildung finanzieren. Wir wollen, dass jeder Mensch die Chance hat, einen Abschluss zu machen und setzen uns dafür ein, dass die Berufsorientierung auch am Gymnasium gut funktioniert, insbesondere, weil wir nicht nur über eine einzige Maßnahme reden dürfen, wenn es darum geht, in diesem Land den Respekt vor Ausbildungsberufen und der dualen Ausbildung auf den gleichen Stellenwert zu heben wie ein Abitur und ein Studium. Wir müssen über ein ganzes Bündel von Maßnahmen sprechen. Jetzt kommt die AfD-Fraktion und meint, dieses Thema mit einer einzigen Maßnahme erschlagen zu können. Das ist ein Antrag von Menschen, die nicht bereit sind, sich wirklich Gedanken zu machen. Sie wollen einfach mal 30 Millionen Euro ausgeben anstatt darüber nachzudenken, warum die Kosten für den Führerschein gestiegen sind. Wenn Sie oder auch die Kolleginnen und Kollegen vom BSW einen Antrag stellen und sagen würden, dass Sie gern über Folgendes reden möchten: Warum ist in den letzten Jahren die Anzahl von Pflichtstunden erhöht worden? Warum sind die Regeln verschärft worden? Warum müssen junge Leute heute mehr Fahrten in Dunkelheit auf Autobahnen absolvieren? Warum ist die theoretische Prüfung so komplex geworden? Warum müssen Leute heute länger zur Ausbildung gehen, als wir das noch zu unserer Zeit gemacht haben? – Dann (Zurufe Andreas Nowak, CDU, und Tobias Heller, AfD) wäre das zumindest der erste Schritt, um zu einem Ergebnis zu kommen, wie man die Kosten für die Führerscheinausbildung wieder senken kann. Aber das ist Ihnen offenbar zu viel. (Zuruf André Barth, AfD) Deshalb springt dieser Antrag auf sehr vielen Ebenen zu kurz. Wer in diesem Land eine Mentalität verankern will, dass der Meister genauso viel wert ist wie der Master und die Ausbildung, (Zuruf Thomas Thumm, AfD) genauso viel wie ein Studienabschluss, der muss sich dieser Materie in einer anderen Komplexität widmen. Deshalb werden wir den Antrag ablehnen. Vielen Dank. (Beifall SPD –
