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Marko Schiemann

CDU 11.09.2025 Sitzungen 8/19

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Kollegen Abgeordnete! Ich glaube, ganz so einfach, wie es meine Vorrednerin getan hat, kann man es sich nicht machen, wenn man über die Epoche von 1989 bis 2025 spricht. Ich muss Ihnen eines deutlich sagen: Das Leben des Einzelnen, das Leben eines Volkes oder auch das einer Nation verläuft unterschiedlich. Es ist für den einen bitter, für den anderen ist es immer ein Erfolg. Aber eines ist ganz deutlich: Die deutsche Einheit ist das große Wunder des 20. Jahrhunderts. (Beifall CDU, BÜNDNISGRÜNE und Staatsregierung) Dieses Wunder der Geschichte hat einen Vorläufer gehabt. Es gehört einfach dazu, dass dieser Vorläufer der deutschen Einheit entsprechend benannt wird; denn es ist nicht selbstverständlich gewesen, dass sich in einem Verbund von sozialistischen Staaten Menschen 1989 in einem Staat erhoben haben. Ich glaube, das war eine einmalige Leistung der Frauen und Männer, die sich 1989 erhoben und die friedliche Revolution in unserem Land auf den Weg gebracht haben, damit es einen Neuanfang gibt. Die marode DDR war so nicht länger haltbar. (Beifall CDU, BÜNDNISGRÜNE und Staatsregierung) Deshalb sind wir den Frauen und Männern dankbar – dankbar für das große Wunder der deutschen Einheit, aber auch der friedlichen Revolution. Dieser Mut und diese Entschlossenheit verdienen Respekt und Hochachtung. Nicht diejenigen, die hinter den Gardinen abgewartet haben, bis der Rauch verflogen ist, sondern diejenigen, die sich bei den Demonstrationen einer großen persönlichen Gefahr ausgesetzt haben, müssen gewürdigt und in die Geschichtsbücher aufgenommen werden. (Beifall CDU und BÜNDNISGRÜNE) Es ist diese friedliche Revolution, die zu würdigen ist, obwohl man wusste, dass einige Revolutionen zuvor gescheitert waren – ob das die Revolution in Ungarn 1956 war, der Prager Aufstand 1968, oder ob das die schwierige Zeit des Ringens des polnischen Volkes, der Studenten, aber auch der Arbeiterschaft in Polen von 1976 bis 1981 war, und schließlich die große Unterstützung der ungarischen Regierung im Jahre 1989. Bereits im Frühjahr sind einige Teile des Eisernen Vorhangs abgebaut worden. Das alles hat dazu geführt, dass Gyula Horn und Alois Mock den Zaun geöffnet haben und wir die Chance hatten, am 9. November diese friedliche Revolution in der Form zu vollenden, dass die Mauer gefallen ist. Das konnte ohne Hass, ohne Gewalt, aber in Solidarität auf den Weg gebracht werden. (Beifall CDU) Die Ziele waren Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, Demokratie, Recht und Freiheit. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vergessen Sie bitte nicht, warum es zu dieser friedlichen Revolution gekommen ist. Wenn der Sozialismus so toll und wirtschaftlich stark gewesen wäre und Recht und Gerechtigkeit garantiert hätte – diese 350 Mark, die meine Mutter als Rente bekommen hat, waren nun nicht unbedingt das Allheilmittel bzw. sind nicht als Begründung der Behauptung geeignet, dass es jetzt allen Menschen in unserem Land schlechter gehe. Wir dürfen das nicht vergessen. Die Unternehmen waren am Boden. Wie haben die Häuser ausgesehen? Wie haben unsere Städte ausgesehen? Was hat man den Rentnern gesagt? Meine Mutter hatte 50 Mark Witwenrente für meinen verstorbenen Vater bekommen und 350 Mark für ihre Arbeitsleistung, die sie lange Zeit erbracht hat. (Andreas Nowak, CDU: Ostmark!) – Ja, Ostmark. Ich glaube, dass es nicht gerecht ist, pauschal diese deutsche Einheit, die wir alle – zumindest einige – ersehnt haben – – Niemand hat geglaubt, dass es gelingen würde, den Sozialismus einmal zu überwinden, aber viele haben es gehofft. Ich glaube, wir sollten uns die deutsche Einheit, die mit der friedlichen Revolution verbunden ist und –

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