Lars Wurzler
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe kurz überlegt, ob ich überhaupt noch was sagen soll nach so viel Anerkennung, Opferbereitschaft und Demut für die Schulsozialarbeit. Mensch, was haben Sie sich gelobt! 75 Millionen in diesem Doppelhaushalt! Schauen wir uns die Zahl doch mal bisschen genauer an. Es sind ungefähr 37,5 Millionen Euro pro Jahr, das kann man sich ausrechen, wenn ich da nicht falsch liege. Vorher waren es 37,2 Millionen Euro. Das heißt also, das Original von CDU- und SPD-Fraktion war der Status quo von 2024. Man ist davon ausgegangen, in diesem und im nächsten Jahr gibt es keine Lohnsteigerung, keine Tariferhöhung. Das heißt, wenn diese kommen, wird es faktisch weniger. Dann gibt es – und da muss ich die BÜNDISGRÜNEN ausdrücklich loben –, einen Änderungsantrag mit 300 000 Euro, auch wenn ich mich vermutlich vorhin verhört habe. Sie sprachen von 10 %. Ich nehme an, es war mein Hörproblem, denn 300 000 von 37,2 Millionen sind nicht 10 %, sondern 1 %. Selbst das stimmt nicht, es sind 0,8 %. Aber vielleicht habe ich mich verrechnet oder verhört, ich weiß es nicht. Lange Rede, kurzer Sinn. Insgesamt deckt das eine mögliche Steigerung ab, und dafür – das meine ich sehr aufrichtig – bin ich Ihnen dankbar, dass das überhaupt stattfindet. Das muss ich jetzt einmal sagen; denn Schulsozialarbeit ist wichtig. Alles andere ist Augenwischerei. (Beifall BSW) Was haben wir nicht alles gemacht. Ja, Frau Köpping, Sie haben es gesagt, und ich glaube, Sie hätten die Möglichkeit gehabt, etwas mehr zu organisieren. Das glaube ich Ihnen sogar. Ich weiß nicht, inwieweit die anderen Spieler das nicht wollten. Das kann ich nicht sagen, aber ich glaube, diesbezüglich wäre mehr möglich gewesen. Unser Antrag hingegen sieht vor – Sie haben ihn vor sich liegen, 12,5 Millionen Euro mehr im Jahr –, dass mehr Stellen geschaffen werden können. Ganz ehrlich, das Problem ist Folgendes: Aktuell haben wir die Situation. Blicken Sie einmal nach Zwickau. Dort werden Schulsozialarbeiter von Förderschulen an Gymnasien geschoben. Das ist ein Verschiebebahnhof. Ein Schulsozialarbeiter braucht im Schnitt drei Jahre, bis er an der Schule ankommt. Hierbei geht es um Vertrauen und um Bindung. Deshalb verschieben wir die hin und her; na, herzlichen Glückwunsch, das ist echt sozial, das ist eine Idee, dafür bin ich wirklich dankbar. Mensch, das hat endlich einmal jemand erkannt. (Beifall BSW) Deshalb ist unser Antrag die Idee dazu, ein Zeichen zu setzen, dass wir Schulsozialarbeit brauchen, dass wir deutlich mehr Schulsozialarbeit brauchen. Wenn aktuell das Gesetz noch nicht so ist, dass an jeder Schule Schulsozialarbeit verbindlich verpflichtend ist, dann ist das eine Idee. Wir sehen uns ja nach der Sommerpause wieder, und dann schauen wir mal. Vielen Dank. (Beifall BSW)
