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Doreen Voigt

BSW 22.05.2025 Sitzungen 8/14

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen! Dass wir uns heute mit dem Thema der Schulvorbereitung befassen, ist richtig und wichtig; denn im Prozess der Schulvorbereitung sollten Kinder ab dem ersten Tag der Aufnahme in einer Kindertageseinrichtung ganzheitlich gefördert werden. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, dass sich Kinder altersgerecht, bedürfnisorientiert und vor allem in ihrem eigenen Tempo Fähigkeiten aneignen können, die sie beim Übergang in die Schule benötigen. Gerade der Übergang ist für Kinder und Familien eine besondere Herausforderung und zugleich eine Chance. Genau diese Themen nimmt der Antrag von CDU und SPD in den Blick. Ich muss allerdings dazu sagen, dass der vorliegende Ursprungsantrag der Koalition noch Diskrepanzen zwischen inhaltlichen Ansätzen und der Umsetzung in der Fachpraxis aufweist. Im Rahmen des Konsultationsmechanismus konnten wir als BSW die Koalition davon überzeugen, entscheidende Punkte aufzunehmen, damit der Prozess der Schulvorbereitung und der Übergang von der Kita in die Schule wirklich praxistauglich und vor allem bedürfnisorientiert gelingen kann. (Beifall BSW – Zuruf BSW: Genau!) Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen, dass wir gemeinsam diesen qualifizierten Änderungsantrag auf den Weg bringen konnten, auch wenn wir als Bündnis Sahra Wagenknecht an einigen Stellen noch weitergegangen wären. Mit Blick auf den Antrag von CDU und SPD erkennen wir an, dass in den letzten Jahren sehr viel Geld in den frühkindlichen Bereich geflossen ist und damit der Personalschlüssel verbessert wurde. Allerdings erachten wir dies als noch nicht ausreichend; denn durch die gewandelten Lebenswelten von Kindern und Familien, zum Beispiel durch Digitalisierung, Armutsrisiken und die veränderten Familienstrukturen, hat die Schlüsselverbesserung nicht mit den strukturellen, gesellschaftlichen und individuellen Herausforderungen Schritt halten können. Zudem werden Minderzeiten wie Urlaub, Krankheit, Weiterbildung und auch Leitungsstunden nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt. Das heißt, wir haben infolgedessen auf dem Papier einen Personalschlüssel, der nicht kindgerecht ist und im Kitaalltag als katastrophal und in einigen Konstellationen als durchaus kindeswohlgefährdend zu betrachten ist. Hier müssen wir zwingend für eine spürbare Verbesserung sorgen; denn die beschriebenen Maßnahmen brauchen in erster Linie personelle und zeitliche Ressourcen. Kinder werden die grundlegenden Kompetenzen nur dann entwickeln können, wenn hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das heißt, es braucht pädagogische Fachkräfte, die Zeit haben, sich individuell auf die Bedürfnisse und Interessen der Kinder einzulassen, um die ihnen zur Verfügung stehenden pädagogischen Instrumente auch anwenden zu können. Aktuell ist das aufgrund der beschriebenen Personalsituation und der zunehmenden Herausforderungen im Kitaalltag nicht möglich und frustriert die pädagogischen Fachkräfte, Familien und Kinder. Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass das Maßnahmenpaket, wie es hier gefordert wird, ohne das klare Bekenntnis zu einer personellen, zeitlichen und finanziellen Verbesserung zu einem bloßen Lippenbekenntnis verkommen und nicht zur gewünschten Verbesserung der Schulvorbereitung beitragen wird. Daher fordern wir als Bündnis Sahra Wagenknecht die Umsetzung des versprochenen Kita-Moratoriums und einen Kitagipfel mit allen Akteuren, um die Qualitätsoffensive mit der Finanzierungslogik in Einklang zu bringen. (Beifall BSW) Beide voneinander losgelöst zu betrachten, erachten wir als nicht zielführend. Danke. (Beifall BSW) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollegin Voigt sprach für die Fraktion des BSW. Nun spricht für die Fraktion BÜNDNISGRÜNE Kollegin Melcher. Bitte schön.

Alle Reden von Doreen Voigt Protokoll ↗