Juliane Nagel
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Wohnungslosigkeit ist eine extreme Form der Armut. Sie bedeutet den Wegfall von Schutz, von Rückzugsmöglichkeiten und macht die Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes verletzlich – durch Gewalt, durch Wind und Wetter, durch schwere Erkrankungen. Das ist für die Betroffenen Alltag. Wer einmal seine oder ihre Wohnung verliert, hat es ungleich schwerer, wieder eine neue zu bekommen. Dass es Wohnungslosigkeit in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt gibt, ist ein Skandal. Dass die Zahlen betroffener Menschen immer weiter steigen, ist ein noch größerer. In Sachsen ist die Zahl von Wohnungslosen zum Stichtag 31.01.2024 – Sie sehen, die Daten sind schon etwas älter – auf 4 535 Menschen angewachsen – im Vorjahr waren es noch 2 935 –, also ein veritabler Sprung. Ein Drittel von ihnen sind Frauen, circa 10 % sind in der Altersspanne von 18 bis 25 Jahren, und die Dunkelziffer ist hoch; denn die Statistik des Bundesamtes, auf die ich mich beziehe, umfasst nur die Personen, die in den offiziellen Übernachtungshäusern ankommen. Nicht gezählt werden die Menschen, die auf der Straße leben und Übernachtungshäuser aus bestimmten Gründen nicht nutzen oder die bei Freundinnen und Freunden bzw. Verwandten und Bekannten unterkommen. Diese Zahl versucht der Wohnungslosenbericht der Bundesregierung, der zweijährlich erscheint, annähernd zu erfassen. Es gibt nur bundesweite bzw. Clusterdaten für bestimmte Regionen. Man kann sagen: Bundesweit sind 60 000 – – Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Frau Nagel, ganz kurz. Ich bitte die Damen und Herren, etwas Ruhe zu bewahren. Es ist ein ziemlich lautes Gemurmel zu vernehmen. Bei Zwiegesprächen gehen Sie doch bitte ins Meine Damen und Herren! Ich stelle nun die Drucksache 8/2640 zur Abstimmung und bitte bei Zustimmung um Ihr Handzeichen. – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Damit ist die Drucksache 8/2620 bei einigen Jastimmen und vielen Gegenstimmen nicht beschlossen. Dieser Tagesordnungspunkt ist damit beendet. Meine Damen und Herren! Ich eröffne Landesweite Handlungsstrategie umsetzen! der Fraktion Die Linke Foyer, damit wir der Rede von Frau Nagel ordentlich folgen können. – Danke.
